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Nordkorea hat nach Einschätzung der IAEA seine Atomanlagen im vergangenen Jahr ausgebaut. Auf Satellitenbildern ist zu sehen, dass unter anderem die Anlage in Yongbyon erweitert wurde.

Nordkorea hat nach Einschätzung der IAEA seine Atomanlagen im vergangenen Jahr ausgebaut. Auf Satellitenbildern ist zu sehen, dass unter anderem die Anlage in Yongbyon erweitert wurde. © Digitalglobe

Konflikte

Nordkorea: Atomprogramm läuft auf Hochtouren

Erst kündigt Nordkorea den Start weiterer Satelliten an, dann brüstet sich das Land mit der Verbesserung von Atomwaffen. Vor dem 70. Gründungstag der Arbeiterpartei gibt sich Nordkorea unnachgiebig. Der Westen reagiert besorgt.

Seoul. Nordkoreas Atomwaffenprogramm läuft nach Angaben des isolierten Landes auf Hochtouren. Der Westen reagiert besorgt.

Alle Anlagen im Atomkomplex Yongbyon einschließlich des Reaktors und der Urananreicherungsanlagen seien "neu angeordnet, verändert oder angepasst worden", wurde der Leiter der Atombehörde von den Staatsmedien am Dienstag zitiert. Alle liefen jetzt in Normalbetrieb. Zugleich drohte er, Nordkorea könne auf die feindselige Politik der USA jederzeit mit Atomwaffen reagieren. 

Erst einen Tag zuvor hatte Nordkoreas Luft- und Raumfahrtbehörde angedeutet, im nächsten Monat einen weiteren Satelliten ins All schießen zu wollen. Die Erklärungen der Behörden erfolgten vor dem 70. Gründungstag der in dem Land herrschenden Arbeiterpartei am 10. Oktober. 

In Südkorea wird befürchtet, das Nachbarland könne zu dem Gründungstag eine Langstreckenrakete oder sogar einen Atomtest unternehmen. Seit 2006 hat Nordkorea drei Atomtests durchgeführt, auf die der UN-Sicherheitsrat jeweils mit einer Verschärfung der Sanktionen gegen das kommunistische Regime in Pjöngjang reagierte. 

Die Fachleute des Landes hätten Tag für Tag Innovationen gemacht, um die "Zuverlässigkeit der atomaren Abschreckung auf jede Weise zu garantieren", erklärte jetzt Nordkoreas Atombehörde. Die Nuklearwaffen seien dadurch stetig verbessert worden. 

Die Angaben aus Pjöngjang über die Vorgänge in Yongbyon würden Einschätzungen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) bestätigen, dass Nordkorea dabei ist, sein Nuklearprogramm auszubauen. Zugleich hatte IAEA-Chef Yukiya Amano Anfang September noch einmal darauf hingewiesen, dass Inspekteure seiner Behörde keinen Zugang zu Nordkorea hätten und die Kenntnisse über das Atomprogramm des Landes daher beschränkt seien. 

Experten hatten bereits seit längerem speziell über Vorbereitungen zum Neustart des veralteten Atomreaktors in Yongbyon berichtet. Mit einer Leistung von nur fünf Megawatt ist der Reaktor zwar klein, kann aber Plutonium zur Herstellung von Atombomben liefern. Außerdem wird befürchtet, dass Nordkorea auch hoch angereichertes Uran zum Bau von Atombomben verwenden kann.      Südkoreas Verteidigungsministerium warnte das Nachbarland vor dem Start einer neuen Weltraumrakete. Der Start einer Rakete mit großer Reichweite wäre eine "ernste Provokation", sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums. Pjöngjang würde damit gegen UN-Resolutionen verstoßen, die dem Land Raketenstarts unter Verwendung ballistischer Raketentechnik verböten. Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye und EU-Ratspräsident Donald Tusk riefen Nordkorea nach ihren Gesprächen in Seoul zum Verzicht auf sein Raketen- und Atomprogramm auf.  

Nordkoreas Raumfahrtbehörde hatte keinen konkreten Zeitpunkt für einen Satellitenstart genannt. Das Land war für einen Satellitenstart Ende 2013 weltweit heftig kritisiert worden. Während Nordkorea von einem Satellitenstart zu friedlichen Zwecken gesprochen hatte, vermuteten die USA und Südkorea einen verschleierten Waffentest im Rahmen des Atomprogramms. 

dpa


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