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Israelische Soldaten durchsuchen einen Palästinenser in Jerusalem. Foto: Atef Safadi

Israelische Soldaten durchsuchen einen Palästinenser in Jerusalem. Foto: Atef Safadi

Konflikte

Neue Messerattacken auf Israelis: Fünf Angreifer getötet

Die Serie palästinensischer Messerattacken auf Israelis reißt nicht ab. Die USA wollen jetzt bei der Suche nach einem Weg aus dem Konflikt helfen. Eine internationale Aufsicht über den Tempelberg in Jerusalem - ein zentraler Zankapfel - lehnt Netanjahu jedoch ab.

Jerusalem/Washington. Bei neuen Messerattacken auf Israelis sind am Wochenende fünf Angreifer getötet worden, darunter eine Frau. Ungeachtet der andauernden Spannungen um den Tempelberg lehnt Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine internationale Aufsicht des Plateaus in Jerusalem ab.

Der Streit um die Juden wie Muslimen heilige Stätte gilt mit als Auslöser für die jüngste Serie der Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern. Israel lehne einen entsprechenden Vorschlag Frankreichs ab, sagte Netanjahu während einer Kabinettssitzung in Jerusalem.

Bei einem Angriff im Busbahnhof der südisraelischen Stadt Berscheba wurden heute zwei Menschen getötet - darunter auch einer der beiden Attentäter. Mindestens sieben Menschen seinen verletzt worden, darunter Polizisten und Zivilisten, meldete der TV-Sender Channel 10 am Abend. Die Attentäter hätten sich trotz verschärfter Überwachung Zugang zu dem Busbahnhof verschafft, teilte die israelische Polizei am Abend mit. Zeugen berichteten von Schüssen und Messerangriffen.

Zuvor waren am Samstag bei einer neuen Serie von Messerangriffen auf Israelis in Jerusalem und in Hebron im Westjordanland vier Palästinenser getötet und ein weiterer schwer verletzt worden. Zwei Soldaten erlitten leichte Verletzungen. Nach Angaben des israelischen Rundfunks waren die Angreifer im Alter von 16 bis 18 Jahren. Unter den Tätern war auch eine Frau, die eine israelische Polizistin mit einem Messer angriff und sie leicht verletzte. Die Beamtin erschoss die 17-jährige Angreiferin mit ihrer Waffe.

Seit Monatsbeginn fielen der Gewalt sieben Israelis und rund 40 Palästinenser zum Opfer. Etwa die Hälfte der getöteten Palästinenser waren Attentäter, die im Zuge ihrer Anschläge erschossen wurden. Die anderen starben bei Zusammenstößen mit dem israelischen Militär.

Der Tempelberg liegt in Jerusalems Altstadt, die Israel 1967 erobert und später annektiert hatte. Die Verwaltung der Stätte untersteht Jordanien und der islamischen Wakf-Stiftung.

Grundsätzlich dürfen nur Muslime auf dem Tempelberg beten, der aber auch Juden heilig ist. Die Palästinenser befürchten, dass Israel immer mehr Juden eine Sondergenehmigung für Besuche auf dem Areal erteilt und damit die Kontrolle der Muslime über die drittheiligste Stätte im Islam aushebelt. Israel bestreitet dies.

Ein Entwurf Frankreichs für eine Resolution des UN-Sicherheitsrats sieht nach Medienberichten vor, internationale Beobachter auf den Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) zu entsenden. Diese sollten nach möglichen Verstößen gegen den Status quo Ausschau halten.

Israels Regierungschef Netanjahu lehnt den Plan kategorisch ab. Israel sei auf dem Tempelberg "nicht das Problem, sondern die Lösung", argumentierte er. US-Außenminister John Kerry will mit Netanjahu voraussichtlich bei einem Treffen in Berlin nach einem Weg aus dem Konflikt suchen. US-Präsident Barack Obama zeigte sich äußerst besorgt über die jüngste Gewalt in der Region.

Zuletzt hatte es erhebliche Spannungen zwischen Washington und Jerusalem über das Vorgehen der Israelis gegen Palästinenser gegeben. Das US-Außenministerium sprach von "exzessiver Gewaltanwendung" und warf beiden Seiten Terrorakte vor. Das Verhältnis von Obama und Netanjahu gilt seit langer Zeit als belastet.

dpa


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