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Die Nato wird einem Wunsch der Türkei nach einer Stärkung ihrer Luftabwehr entsprechen.

Die Nato wird einem Wunsch der Türkei nach einer Stärkung ihrer Luftabwehr entsprechen. © Fredrik von Erichsen

Nato

Nato stärkt Luftabwehr der Türkei

Die Nato stärkt nach dem russischen Eingreifen in den Syrien-Konflikt die Luftabwehr des Bündnispartners Türkei. Gibt es einen Zusammenhang mit dem Kampfjetabschuss in der vergangenen Woche?

Brüssel. Die Nato erfüllt die Bitte der Türkei nach einer stärkeren militärischen Unterstützung der Luftabwehr. Bereits in den nächsten Wochen sollten entsprechende Planungen abgeschlossen sein, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg nach Beratungen mit den Außenministern der Bündnisstaaten in Brüssel.

Großbritannien habe bereits angekündigt, Kampfflugzeuge auf den türkischen Nato-Stützpunkt Incirlik zu verlegen.

Stoltenberg betonte allerdings mehrmals, dass die Planungen bereits vor der jüngsten Eskalation der Spannungen zwischen der Türkei und Russland begonnen hätten. Dazu war es in der vergangenen Woche gekommen, als die türkische Luftwaffe im türkisch-syrischen Grenzgebiet ein russisches Kampfflugzeug abschoss.

"Die Allianz ruft zu Besonnenheit, Diplomatie und Deeskalation auf", sagte Stoltenberg. Hintergrund des verstärkten Nato-Engagements in der Türkei sei die instabile Gesamtlage in der Region.

Wer sich neben den Briten an den Sicherungsmaßnahmen beteiligt, ist noch nicht endgültig entschieden. Stoltenberg verwies unter anderem darauf, dass Deutschland jüngst für die Nato-Marinekräfte eine Fregatte zur Verfügung gestellt habe, die bereits im östlichen Mittelmeer unterwegs sei. Am Dienstag versprachen auch die Dänen Marine-Unterstützung.

Bereits jetzt haben die USA im Rahmen eines bilateralen Abkommens Abfangjäger in der Türkei stationiert, um die Luftabwehr des Landes zu stärken. "Ich erwarte, dass weitere Alliierte zusätzliche Zusagen machen und wir innerhalb weniger Wochen Entscheidungen zu den Sicherungsmaßnahmen für die Türkei treffen können", sagte Stoltenberg.

Die USA und Deutschland hatten eigentlich geplant, ihre militärische Unterstützung für die Türkei zurückzufahren und im Sommer den Abzug ihrer "Patriot"-Raketenabwehrsysteme eingeleitet. Derzeit ist nur noch eine spanische "Patriot"-Batterie einsatzbereit.

Bereits beim Nato-Verteidigungsministertreffen im Oktober hatte Nato-Generalsekretär Stoltenberg klargemacht, dass die Nato bei Bedarf sogar Truppen zum Schutz des Bündnisgebietes in die Türkei schicken würde. "Die Türkei ist ein sehr starker Partner, aber die Nato ist natürlich immer bereit zu verstärken und zu unterstützen", sagte er damals. Der türkische Verteidigungsminister Vecdi Gönül bat damals aber konkret um Unterstützung bei der Luftabwehr.

Als Hintergrund gilt das militärische Eingreifen Russlands in den Syrien-Konflikt. Dieses wird von der Regierung in Ankara sehr kritisch gesehen, da Russland im Gegensatz zu der US-geführten Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat gleichzeitig auch den syrischen Machthaber Baschar al-Assad unterstützt.

Die Türkei wirft Russland unter anderem vor, auch die in der Grenzregion lebende Turkmenen zu bombardieren. Die Türkei versteht sich als Schutzmacht dieser Minderheit. In Nato sehen manche Länder den Abschuss des russischen Kampfflugzeuge auch in diesem Zusammenhang und nicht allein in Folge einer Luftraumverletzung.

dpa


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