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Der Mauerbau um das arabische Viertel in Jerusalem ist Israels Antwort auf die seit Monatsbeginn verübten Schuss- und Stichwaffenattacken auf Israelis.

Der Mauerbau um das arabische Viertel in Jerusalem ist Israels Antwort auf die seit Monatsbeginn verübten Schuss- und Stichwaffenattacken auf Israelis. © Abir Sultan

Konflikte

Nach Kritik von rechts: Netanjahu friert Mauerbau ein

Israelis sehen sich seit fast drei Wochen einer Welle palästinensischer Angriffe ausgeliefert. Ein Plan zum Bau einer Mauer um arabische Viertel in Jerusalem stößt jedoch auf heftige Kritik von rechts.

Jerusalem. Nach scharfer Kritik rechtsorientierter Minister hat Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu einen Plan zum Bau einer Mauer im arabischen Ostteil Jerusalems wieder eingefroren.

Israelische Medien berichteten, das Projekt solle wohl zunächst nicht fortgesetzt werden. Die Polizei hatte nach einer Welle blutiger palästinensischer Anschläge bereits damit begonnen, am Rande eines arabischen Viertels hohe Betonblöcke zu errichten.

In der Nacht griff ein palästinensischer Attentäter den Busbahnhof in der südisraelischen Stadt Beerscheva an und richtete dort ein Blutbad an. Mit Schüssen aus einer Pistole tötete er einen 19 Jahre alten israelischen Soldaten, griff sich das Gewehr seines Opfers und schoss in dem Bahnhofsgebäude um sich. Elf Menschen wurden verletzt, unter ihnen vier Soldaten. Sicherheitskräfte erschossen schließlich den Attentäter.

Außerdem starb ein Afrikaner, den die Sicherheitskräfte irrtümlich für einen Terroristen hielten und mit mehreren Schüssen schwer verletzt hatten. Die Polizei fahndet inzwischen nach mehreren israelischen Passanten, die den verletzten Eritreer nach Augenzeugenberichten mit Tritten und Schlägen zu lynchen versuchten. Der Mann starb später an seinen Verletzungen.

Seit Monatsbeginn greifen Palästinenser verstärkt Israelis mit Schuss- und Stichwaffen an - vor allem, aber nicht nur in Jerusalem. Bei der Gewaltserie starben acht Israelis, ein Afrikaner und 44 Palästinenser. Mehr als die Hälfte der Palästinenser waren Angreifer, die bei ihrem Terrorakt erschossen wurden. Die anderen kamen bei Zusammenstößen mit dem israelischen Militär ums Leben.

Als ein Auslöser der Gewaltwelle gelten Streitigkeiten um den Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) in der Jerusalemer Altstadt, die Israel 1967 erobert und später annektiert hatte. Die Stätte ist Juden wie Muslimen heilig. Der Konflikt dreht sich um die Besuchs- und Gebetsrechte auf dem Plateau des Tempelbergs, wo einst der von den Römern zerstörte zweite jüdische Tempel stand und wo sich heute die Al-Aksa-Moschee und der Felsendom befinden.

Ein großer Teil der Attentäter stammt aus Ost-Jerusalem. Die Polizei hatte am Sonntag am Rande des Viertels Dschabel Mukaber bereits hohe Betonblöcke errichtet. Damit sollte auch verhindert werden, dass Palästinenser Brandsätze und Steine auf die nahe gelegene jüdische Siedlung Armon Hanaziv werfen. Der israelische Rundfunk berichtete zudem, das arabische Viertel Issawijeh solle von einer Mauer umgeben werden.

Rechtsorientierte Minister hatten dies jedoch scharf als Fehler kritisiert, weil es als Beginn einer Teilung Jerusalems ausgelegt werden könnte. Israel beansprucht die ganze Stadt einschließlich des 1967 eroberten Ostteils als seine Hauptstadt. Die Palästinenser sehen hingegen in Ost-Jerusalem die Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates.

dpa


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