Navigation:
Südkoreas Sicherheitsberater bei einer Pressekonferenz in Seoul. Beide Koreas suchen einen Ausweg aus der Krise.

Südkoreas Sicherheitsberater bei einer Pressekonferenz in Seoul. Beide Koreas suchen einen Ausweg aus der Krise. © EPA/str

Konflikte

Nach Kriegsdrohung: Süd- und Nordkorea reden wieder miteinander

Fast ein Jahr ist es her, dass sich Spitzenvertreter den beiden koreanischen Staaten getroffen haben. Nach tagelangem Säbelrasseln reden sie wieder miteinander. Das Treffen weckt Hoffnungen auf eine Verbesserung der Beziehungen. Doch der Ausgang ist ungewiss.

Seoul. Nach der drastischen Verschärfung ihrer Spannungen haben Süd- und Nordkorea bei Gesprächen zwischen Spitzenvertretern um einen Ausweg aus der Krise gerungen. Sie setzten am Sonntag nach einer Unterbrechung von elf Stunden und einer ergebnislosen ersten Runde ihre Verhandlungen fort.

Trotz der Gespräche im Grenzort Panmunjom gab es nach Angaben des südkoreanischen Militärs Hinweise, dass sich Nordkorea weiter für etwaige Militärschläge rüstet. Südkorea beorderte nach Angriffsdrohungen des Nachbarn sechs Kampfflugzeuge von einer Übung in Alaska zurück.

Die von Nordkorea vorgeschlagenen Gespräche hatten am Samstagabend kurz nach Ablauf eines Ultimatums durch Nordkorea begonnen. Das kommunistische Regime in Pjöngjang hatte mit Militärschlägen gedroht, sollte Seoul seine Lautsprecher-Propaganda gen Norden an der Grenze nicht binnen 48 Stunden einstellen. Die Krise auf der koreanischen Halbinsel löste weltweit Besorgnis aus. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief beide Staaten in einer Erklärung auf, sich noch stärker um einen Lösung ihrer Differenzen durch Dialog zu bemühen.

Ein Sprecher des Präsidialamts in Seoul sagte vor Journalisten: "Beide Seiten hatten eingehend über eine Entschärfung der jetzigen Lage und eine Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen diskutiert." Über die Aussichten der Gespräche sagte er nichts. 

Nordkorea schickte den höchsten politischen Offizier der Volksarmee und die inoffizielle Nummer zwei hinter Machthaber Kim Jong Un, Hwang Pyong So, sowie den für Südkorea-Fragen zuständigen Parteisekretär Kim Yang Gon. Auf südkoreanischer Seite nahmen der Nationale Sicherheitsberater Kim Kwan Jin und Vereinigungsminister Hong Yong Pyo an den Verhandlungen teil.

 

   

 

Nordkorea hatte am Freitag den "Quasi-Kriegszustand" für die Frontlinie an der Grenze ausgerufen und die Grenztruppen in höchste Gefechtsbereitschaft versetzt. Es drohte mit einen Angriff auf südkoreanische Stellungen. Zuvor hatte es einen Schusswechsel zwischen Artillerieeinheiten beider Länder am Donnerstag an der Grenze gegeben. Seoul gibt dem kommunistischen Regime in Pjöngjang die Schuld dafür, was dieses wiederum bestreitet. Nordkorea hat bereits mehrmals den Kriegszustand ausgerufen, zuletzt vor zwei Jahren. Eine Eskalation blieb damals aus.

Seoul verlangt von Pjöngjang eine Entschuldigung für einen Grenzzwischenfall, bei dem in diesem Monat zwei südkoreanische Soldaten durch mutmaßlich nordkoreanische Landminen auf eigenem Gebiet schwer verletzt wurden. Als Antwort auf den Zwischenfall hatte Südkoreas Militär die von Nordkorea als Provokation gewertete  Beschallungsaktion wieder aufgenommen.

Südkoreas Streitkräfte hätten Hinweise, dass in Nordkorea mehr als 50 U-Boote oder 70 Prozent der U-Boot-Flotte des Landes ihren Stützpunkt verlassen hätten, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Auch habe der Norden die Artillerieeinheiten an der Grenze verdoppelt.   

Nordkorea fühlt sich auch durch ein mehrtägiges südkoreanisch-amerikanisches Militärmanöver herausgefordert. Pjöngjang bezeichnete das Manöver als Vorbereitung einer US-Invasion des Nordens. Die USA und Südkorea beharrten auf dem angeblich defensiven Charakter der Manöver.

dpa


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Was halten Sie von einem Rauchverbot im Auto?

Alles über Hannover 96

Spielberichte, Hintergründe, Analysen - lesen Sie hier alles über Hannover 96.

Bilder des Tages

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-140912-99-04060_large_4_3.jpg

Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

zur Galerie