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Aktivisten sabotierten Hochspannungsleitungen in der Ukraine, daraufhin geht auf der von Russland annektierten Krim das Licht aus.

Aktivisten sabotierten Hochspannungsleitungen in der Ukraine, daraufhin geht auf der von Russland annektierten Krim das Licht aus. © Hromadske Tv

Konflikte

Nach Anschlägen: Stromversorgung der Krim aus Ukraine gekappt

Aktivisten sabotieren Stromleitungen in der Ukraine, daraufhin geht auf der von Russland annektierten Krim das Licht aus. Heizt der Zwischenfall den Konflikt der Nachbarländer neu an?

Sewastopol. Nach Sprengstoffanschlägen auf Stromleitungen in der Ukraine ist es auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim zu einem massiven Energieausfall gekommen. Fast zwei Millionen Menschen waren zunächst ohne Licht und Heizung, wie örtliche Behörden mitteilten.

Aus Moskau kam scharfe Kritik an der Sabotage. "Das ist ein Terrorakt", meinte der Abgeordnete Franz Klinzewitsch von der Kremlpartei Geeintes Russland. Die Behörden auf der Halbinsel riefen den Notstand aus und setzten einen Krisenstab ein. Die Lage sei stabil, sagte Michail Scheremet von der moskautreuen Führung der Krim.

Mit eigenen Kraftwerken sowie mit Gasturbinen und Dieselgeneratoren sei die Versorgung zumindest in größeren Städten teilweise wieder hergestellt worden, sagte Scheremet der Agentur Tass zufolge. Jedoch waren am Mittag immer noch rund 1,6 Millionen Menschen nach dem "Blackout" ohne Strom.

Die Führung der Krim erklärte den Montag wegen der Notlage zum arbeitsfreien Tag. Das öffentliche Leben sei lahmgelegt. Die völkerrechtlich zur Ukraine gehörende Halbinsel bezieht ihren Strom zu 70 Prozent vom ukrainischen Festland.

Seit mehr als zwei Monaten blockieren Krimtataren und ukrainische Aktivisten Warentransporte auf die Krim und fordern von der Führung in Kiew das Kappen der Stromversorgung. Damit soll die Freilassung gefangener Ukrainer in Russland und das Ende von Einreiseverboten gegen krimtatarische Politiker auf die Halbinsel erreicht werden.

Die Stromleitungen im Raum Cherson waren bereits beschädigt. Beim Versuch von Sicherheitskräften, Reparaturtrupps am Samstag Zugang zu den Masten zu verschaffen, kam es zu Rangeleien mit Demonstranten.

Um Energie zu sparen, werde der Strom immer wieder für einige Stunden kontrolliert abgeschaltet und die Wasserversorgung eingeschränkt, sagte Scheremet. Bei Außentemperatur in der Schwarzmeer-Region von plus 18 Grad Celsius bestehe keine große Gefahr durch abgeschaltete Heizungen. Die Brennstoffvorräte würden für mehrere Wochen reichen, hieß es. Moskau hatte angekündigt, den Bau von Gaskraftwerken auf der Krim voranzutreiben. Bisher blieb es aber bei Absichtserklärungen.

Juri Kassitsch von der ukrainischen Energiefirma Ukrenergo sagte, die Wiederherstellung der Versorgung könnte bis zu vier Tage dauern. "Wir haben der Ukraine unsere Hilfe bei der Reparatur angeboten. Sie haben abgelehnt", sagte ein Mitarbeiter des russischen Zivilschutzes. In den südukrainischen Gebieten Cherson und Mykolajiw seien 40 Prozent der Versorgung gefährdet, sagte Energieminister Wladimir Demtschischin in Kiew. In zwei Kreisen sei der Strom ausgefallen.

dpa


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