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Afghanistan

NATO-Truppen stürmen Taliban-Hochburg Mardschah

NATO-Soldaten und afghanische Truppen haben die größte Offensive seit der Invasion zum Sturz der Taliban 2001 gestartet und die südafghanische Taliban-Hochburg Mardschah gestürmt. Sie stießen dabei am Sonnabend nur auf vereinzelten Widerstand.
US-Marines beim Angriff auf Mardscha.

US-Marines beim Angriff auf Mardscha.

© afp

Bei den Gefechten wurden nach Militärangaben zwei NATO-Soldaten und mindestens 20 Taliban getötet. Elf Aufständische wurden gefangengenommen, wie der Kommandeur der afghanischen Streitkräfte, General Scher Mohammad Sasai, erklärte.

Bei den getöteten Soldaten handelte es sich nach NATO-Angaben um einen Briten und einen Amerikaner. Der Brite sei einem Bombenanschlag auf sein Militärfahrzeug nördlich von Mardschah zum Opfer gefallen, der US-Soldat sei bei Gefechten getötet worden. Bei einem Bombenanschlag in einer anderen Region im Süden Afghanistans wurden laut NATO drei weitere US-Soldaten getötet.

Ziel der lang angekündigten Großoffensive, an der rund 15.000 alliierte Soldaten beteiligt sind, ist es, die Herrschaft der radikalen Islamisten über weite Teile von Helmand zu brechen. Damit soll der afghanischen Regierung geholfen werden, dort eine zivile Verwaltung aufzubauen. Es handelt sich auch um die erste Offensive von NATO-Truppen, seit US-Präsident Barack Obama im vergangenen Dezember die Entsendung von 30.000 weiteren Soldaten nach Afghanistan bekanntgab.

Generalmajor Nick Carter, der NATO-Kommandeur im südlichen Afghanistan, erklärte, die Soldaten seien mit Erfolg in die Stadt eingerückt. Die Operation verlaufe ohne Probleme. Die Taliban widersprachen den Angaben über den Einmarsch der NATO-Truppen in Mardschah. „Wir beherrschen die Stadt weiter und leisten Widerstand“, erklärte ein Sprecher.

Vormarsch durch vermintes Gelände

US-Marineinfanteristen führten zusammen mit afghanischen Soldaten den Vorstoß durch die ersten Verteidigungsstellungen der Aufständischen an. Diese hatten das Gelände vermint und selbst gebaute Sprengsätze zwischen den Schlafmohnfeldern versteckt. Gelegentlich waren Schusswechsel und die Explosion von Granaten zu hören. Der Widerstand der Taliban sei gering, sie wirkten unorganisiert, sagte General Sasai.

Bereits kurze Zeit nach Beginn der Offensive, die den Code-Namen „Moschtarak“ - „Zusammen“ oder „Gemeinsam“ - trägt, erreichten die alliierten Truppen den nördlichen Eingang zur Stadt. 60 Hubschrauber unterstützten den Vormarsch, einige brachten viele Soldaten über die Minenfelder hinweg direkt vor die Tore der Stadt. In Mardschah mit seinen rund 80.000 Einwohnern, werden bis zu 1.000 Taliban-Kämpfer vermutet.

Der Angriff war seit Tagen erwartet worden. Tausende Menschen flohen bereits aus der Region und fanden größtenteils in der Provinzhauptstadt Laschkar Gah eine Notunterkunft. Bereits am Dienstag hatte es erste Angriffe gegen Mardschah gegeben.

ap


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