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Thailändische Behörden vermelden die Festnahme des mutmaßlichen Bombenlegers von Bangkok. Bei der Explosion am 17. August waren 20 Menschen umgekommen, darunter 14 Ausländer.

Thailändische Behörden vermelden die Festnahme des mutmaßlichen Bombenlegers von Bangkok. Bei der Explosion am 17. August waren 20 Menschen umgekommen, darunter 14 Ausländer. © Stringer

Explosionen

Mutmaßlicher Bombenleger von Bangkok gefasst

Ein Mann im gelben T-Shirt deponiert Mitte August in Bangkok einen Rucksack, vermutlich mit Bombe, und geht seelenruhig davon. Minuten später detoniert ein Sprengsatz und löst ein Blutbad aus. Jetzt meldet die Polizei einen Fahndungserfolg.

Bangkok. Der mutmaßliche Bombenleger von Bangkok ist nach Darstellung der thailändischen Behörden gefasst. "Es handelt sich um einen Ausländer", sagte Regierungschef Prayuth Chan-ocha in der thailändischen Hauptstadt.

Weder Militär noch Polizei wollten zwei Wochen nach dem Anschlag über Motive für die Tat spekulieren. Mit der zweiten Festnahme verdichteten sich aber die Anzeichen, dass der Anschlag einen uigurisch-türkischen Hintergrund hat. Bei der Explosion am 17. August waren 20 Menschen umgekommen, darunter 14 Ausländer. Mehr als 120 wurden verletzt.

Die Polizei hält den Festgenommenen für den Mann mit dem gelben T-Shirt, den eine Überwachungskamera kurz vor der Bombenexplosion am Tatort gefilmt hatte. Er hatte dort einen Rucksack an einer Bank abgestellt und war gegangen. Die Polizei vermutet, dass darin der Sprengsatz war. "Wir gehen davon aus, dass er direkt an der Tat beteiligt war", sagte Polizeisprecher Prawut Thavornsiri. Der Mann wurde an der Grenze zu Kambodscha festgenommen.

Das Fernsehen zeigten einen Pass, der bei dem Mann gefunden wurde und ihn als 26-Jährigen aus der chinesischen Unruheprovinz Xinjiang ausweist. Dort leben viele Angehörige der ethnisch mit den Türken verwandten muslimischen Minderheit der Uiguren. Ob der Pass gefälscht oder echt war, war unklar. Die Polizei machte keine Angaben über seine Nationalität. Am Samstag war bereits ein  Verdächtiger mit einem gefälschten türkischen Pass festgenommen worden. Die Behörden stellten Haftbefehle für drei weitere Türken aus.

Thailand war im Juli unter Uiguren und Türken zur Zielscheibe von Racheakten geworden, weil die Behörden rund 100 illegal nach Thailand eingereisten Uiguren gegen ihren Willen nach China abschob. Uiguren werden nach Angaben von Menschenrechtlern in China verfolgt. Die Türkei hat zahlreichen Uiguren Zuflucht gewährt. Nach der Abschiebung warfen wütende Türken am thailändischen Konsulat in Istanbul Scheiben ein. Nach Angaben des in Thailand ansässigen Sicherheitsexperten Anthony Davis war die rechtsextreme türkische Organisation Graue Wölfe bei den Übergriffen an vorderster Front dabei. Sie habe die Expertise für Bombenanschläge wie den in Bangkok, meinte er.

Damit sind in Thailand nun zwei Verdächtige in Haft, nach fünf weiteren wird gesucht. Die Behörden kennen die Nationalität des am Samstag verhafteten Mannes, wollen aber keine Angaben dazu machen. Der Mann habe die Namen der drei Türken genannt, für die Haftbefehle ausgestellt wurden, sagte ein Armeesprecher. Zudem werden eine Thailänderin gesucht, die ein Apartment angemietet hatte, und ein weiterer Mann unbekannter Nationalität. Thailändische Medien spürten die Frau in der Türkei auf. Sie sei dort verheiratet und habe jede Verantwortung für den Anschlag abgestritten.

dpa


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