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Deutschland/Welt Mohammed-Karrikaturist entgeht Mordanschlag
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17:14 02.01.2010
Konnte noch rechtzeitig die Polizei alarmieren und überlebte: Mohammed-Zeichner Westergaard. Quelle: apd (Archiv)
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Westergaard konnte Alarm schlagen und sich mit seiner fünfjährigen Enkelin im Badezimmer einschließen. Die Polizei war binnen Minuten zur Stelle und setzte den Angreifer außer Gefecht. Er wurde des versuchten Mordes beschuldigt.

Der 28-Jährige schwang nach Polizeiangaben seine Axt gegen einen der anrückenden Beamten und wurde von diesem daraufhin ins Knie und in eine Hand geschossen. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er am Samstag unter schwerer Bewachung stand. Bei einem Haftprüfungstermin in Aarhus wurden ihm Mordversuche in zwei Fällen vorgeworfen - an Westergaard und an dem Polizisten, der ihn schließlich überwältigte.

Der Somalier besaß nach einem erfolgreichen Asylverfahren eine Aufenthaltsgenehmigung für Dänemark, wurde aber vom dortigen Geheimdienst (PET) beobachtet. PET-Chef Jakob Scharf erklärte, der Mann habe enge Verbindungen zur somalischen Terrorgruppe Al Shabaab und zu Al-Kaida-Führern in Ostafrika. Der Überfall auf Westergaard habe einen Terrorbezug, doch sei der 28-Jährige nicht deshalb beobachtet worden. Er habe aber schon seit einiger Zeit im Verdacht gestanden, in Terroraktivitäten in Ostafrika verwickelt gewesen zu sein.

Rufe von „Rache“ und „Blut“

Nach Polizeiangaben flüchtete sich Westergaard sofort in sein eigens gesichertes Badezimmer, als der Bewaffnete ein Fenster seines Hauses einschlug. Zwei Minuten später seien auf seinen Alarm hin Beamte eingetroffen. Im Haus hielt sich zu diesem Zeitpunkt nur noch die fünfjährige Enkeltochter des Karikaturisten auf.

Seinem Arbeitgeber, der Tageszeitung „Jyllands-Posten“, sagte Westergaard, der Angreifer habe „Rache“ und „Blut“ gerufen, während er versucht habe, in das Badezimmer einzudringen. „Es war beängstigend. Es war knapp. Wirklich knapp. Aber wir haben es geschafft“, zitierte die Website der Zeitung den 75-Jährigen.

Eine Dachorganisation muslimischer Gruppen verurteilte den Angriff. Man distanziere sich von jeder Art von Extremismus, die zu solchen Taten führe, erklärte der dänische Verband von Muslimen am Sonnabend.

„Jyllands-Posten“ hatte 2005 insgesamt zwölf Mohammed-Karikaturen veröffentlicht. Die von Westergaard gezeichnete gehörte zu den am heftigsten kritisierten: Sie zeigte den Propheten mit einem Turban in Form einer Bombe. Die Karikatur hat bei Muslimen weltweit zu Protesten geführt, denen mehr als 100 Menschen zum Oper fielen. Westergaard hat schon mehrfach Morddrohungen erhalten, 2008 wurde ein Komplott von Tunesiern gegen ihn aufgedeckt.

apd

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