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Der ehemalige britische Premierminister, Sir Edward Heath, aufgenommen im Mai 1996.

Der ehemalige britische Premierminister, Sir Edward Heath, aufgenommen im Mai 1996. © Achim Scheideman/Archiv

Kriminalität

Missbrauchsermittlungen gegen britischen Ex-Premier Heath

Die britische Polizei ermittelt nach Informationen der BBC posthum gegen den früheren Premierminister Edward Heath wegen Vorwürfen des Kindesmissbrauchs. Ein Team von Sonderermittlern von Scotland Yard prüfe in Zusammenarbeit mit der Polizei in der Grafschaft Wiltshire entsprechende Vorwürfe.

London. e. Die Polizei der Kanalinsel Jersey - ein britischer Kronbesitz - bestätigte ebenfalls Ermittlungen.

Die Anschuldigungen, die auch gegen weitere prominente Politiker erhoben wurden, reichen bis in die 1970er und 1980er Jahre zurück. Der konservative Heath war von 1970 bis 1974 Premierminister, er starb im Jahr 2005. Auf die Kanalinsel Jersey hatte der begeisterte Segler häufig Törns unternommen.

Die Polizeibehörde in Wilthire am früheren Wohnsitz Heaths teilte mit, auf einen Aufruf an mögliche Opfer vom Montag hin, sich bei der Polizei zu melden, seien "eine Reihe von Anrufen" eingegangen.

Unterdessen hat eine Journalistin des US-Magazins "Newsweek" dem britischen Radiosender LBC gesagt, ihr sei im Jahr 2011 trotz gültigen Visums die Einreise nach Großbritannien verweigert worden. Zu dieser Zeit habe sie unter anderem zu den Vorwürfen gegen Heath, aber auch zu Steuerdelikten in der Steueroase Jersey recherchiert. Der Verdacht habe damals gelautet, dass Heath und andere Täter Kinder aus einem Heim in Jersey missbraucht hätten.

Erst am Montag war bekanntgeworden, dass eine unabhängige Kommission zur Überprüfung der Polizeiarbeit die Polizei in Wiltshire gerügt hatte. Früheren Vorwürfen gegenüber Heath sei möglicherweise nicht in ausreichendem Umfang nachgegangen worden.

Die Vorwürfe gegen einflussreiche britische Politiker sind nur ein Teil des Gesamtproblems um Kindesmissbrauch in Großbritannien. Am Pranger stehen auch Geistliche, Showstars und Normalbürger wie etwa Taxifahrer. Ein von der Regierung bestellter Untersuchungsausschuss unter Vorsitz der neuseeländischen Richterin Lowell Goddard soll in den nächsten Jahren das Gesamtproblem aufarbeiten. Goddard hat angekündigt, sie werde vor den Korridoren der Macht nicht haltmachen.

dpa


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