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Entgleisung im Fernsehen: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann erfreut sich an dem «wunderbaren Neger» Roberto Blanco.

Entgleisung im Fernsehen: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann erfreut sich an dem «wunderbaren Neger» Roberto Blanco. © Karlheinz Schindler

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Minister Herrmann nennt Roberto Blanco "Neger": Proteststurm

"Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger." Dieser Satz beschert dem bayerischen Innenminister Herrmann ein "Holla" von Moderator Plasberg und einen Shitstorm. Er betont, die Aussage habe sich auf einen Einspieler bezogen, doch die Kritik reißt nicht ab.

Berlin/München. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat den Sänger Roberto Blanco einen "wunderbaren Neger" genannt und damit eine heftige Debatte ausgelöst.

In der ARD-Talkshow "Hart aber fair" mit Frank Plasberg diskutierten die Gäste am Montagabend über das Thema Flüchtlinge. Als "Focus"-Chefredakteur Ulrich Reitz Erfolgsgeschichten von Einwanderern einbrachte, sagte Herrmann ergänzend: "Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger, der den meisten Deutschen wunderbar gefallen hat." Beim FC Bayern spielten auch Sportler mit schwarzer Hautfarbe, und das fänden die Fans des Vereins auch gut, fügte Herrmann noch hinzu.

Angesichts empörter Reaktionen versuchte sich der Minister am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin" an einer Erklärung und betonte, er habe "Neger" nur als Reaktion auf einen Einspieler benutzt, in dem das Wort zuvor gebrauht worden war. "Ich verwende das Wort "Neger" sonst überhaupt nicht", sagte er. "Ich habe das nur als unmittelbare Reaktion auf diese abwertende Äußerung gemacht. Wir haben auch wunderbare Mitbürger mit schwarzer Hautfarbe in Bayern." Ähnlich äußerte er sich auch bei N24.

Blanco reagierte gelassen: "Ich fühle mich nicht negativ betroffen. Wenn er gesagt hätte "Ein wunderbarer Farbiger", hätte es nicht so viele Probleme gegeben", sagte der 78-Jährige der Deutschen Presse-Agentur.

Später kam es im Radiosender Antenne Bayern zu einem Gespräch Herrmanns mit dem telefonisch zugeschalteten Blanco. Herrmann erklärte die Formulierung erneut aus dem Kontext der Situation und äußerte sein Bedauern: "Ich möchte noch mal sagen, dass ich Sie wirklich sehr, sehr schätze und ich auch klar sonst die Verwendung dieses Wortes absolut ablehne. Das will ich Ihnen noch mal ausdrücklich sagen und dass ich dies ausdrücklich bedauere."

Blanco entgegnete: "Ich habe das nicht persönlich genommen, und ich weiß, Sie haben das nicht so gemeint. Über dieses Wort "Neger" wird so ein Theater gemacht."

Herrmanns Wortwahl bei Plasberg hatte vielfach Empörung ausgelöst. Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner warf Herrmann laut "Bild"-Zeitung (Mittwoch) die "Sensibilität einer Planierraupe" vor. Von einer "ungeheuerlichen Entgleisung" sprach der SPD-Fraktionschef im bayerischen Landtag, Markus Rinderspacher: "Dafür sind schon Leute verurteilt worden." Auch aus der Union gab es Kritik. Der Bundestagsabgeordnete Charles Huber (CDU) sagte dem "Tagesspiegel": "Das hat unser Land nicht verdient."

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Jan Korte, forderte den Rücktritt des Ministers: "Der bayerische Innenminister muss die Konsequenzen ziehen und zurücktreten. Wer rassistische Sprachmuster bedient, ist eines politischen Amtes nicht würdig."

Im Internet brach ein Shitstorm über Herrmann herein. Der Berliner Politiker Christopher Lauer, der 2014 aus der Piratenpartei Deutschland austrat, twitterte: "Merkel so: Rassismus bekämpfen - Herrmann so: Neger."

dpa


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