Navigation:
Polizisten sichern eine Straße Kumanovo: Die Stadt liegt 40 Kilometer nordöstlich der mazedonischen Hauptstadt Skopje und hat einen hohen albanischen Bevölkerungsanteil.

Polizisten sichern eine Straße Kumanovo: Die Stadt liegt 40 Kilometer nordöstlich der mazedonischen Hauptstadt Skopje und hat einen hohen albanischen Bevölkerungsanteil. © Valdrin Xhemaj

Konflikte

Mindestens 22 Tote bei Kämpfen mit Albanern in Mazedonien

Im EU-Kandidatenland Mazedonien sind bei einer großangelegten Polizeiaktion gegen bewaffnete Albaner mindestens 22 Menschen getötet worden. Bei dem zweitägigen Einsatz der Sicherheitskräfte in der Stadt Kumanovo wurden 8 Polizisten getötet und 37 Beamte zum Teil schwer verletzt, sagte Regierungschef Nikola Gruevski in Skopje.

Skopje. e. Auf Seiten der "Terroristen" seien mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. 30 Männer seien verhaftet worden. Nach Darstellung des Innenministeriums kann sich die Zahl der Toten noch erhöhen.

Die EU-Kommission und die Nato zeigten sich besorgt über die blutigen Auseinandersetzungen in dem Balkanland. Alle Verantwortlichen müssten zusammenarbeiten, um wieder Ruhe herzustellen, forderte Nato- Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel.

Die mazedonische Opposition beschuldigte die Regierung, den Konflikt inmitten einer politischen Dauerkrise gezielt angeheizt zu haben. Der frühere mazedonische General Ilija Nikolovski sah Söldner hinter den Kämpfen in der drittgrößten Stadt des Landes: "Ich weiß nicht, wer der Organisator ist und wer die Krise kontrolliert, aber ich habe den Eindruck, dass ihm die Ereignisse außer Kontrolle geraten sind."

Kumanovo liegt 40 Kilometer nordöstlich von Skopje und hat einen hohen albanischen Bevölkerungsanteil. Die Albaner stellen insgesamt schätzungsweise bis zu 30 Prozent der zwei Millionen Einwohner Mazedoniens. Die Mehrheit sind orthodoxe Slawen. Schon 2001 war es zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen gekommen, die durch Vermittlung der EU beendet werden konnten. Seitdem beschweren sich Albaner, die Absprachen seien von der Regierung nicht eingehalten worden.

Die Polizeiaktion hatte am Samstagmorgen begonnen. Die Zufahrtsstraßen nach Kumanovo wurden mit gepanzerten Fahrzeugen blockiert. Über der Stadt kreisten Hubschrauber und Drohnen. Die Polizei evakuierte Teile der Bevölkerung und durchsuchte in einem überwiegend von Albanern bewohnten Viertel Haus für Haus. Über einigen Hausdächern stieg dichter Rauch auf. Das Innenministerium bezifferte die Zahl der Bewaffneten auf bis zu 70. Regierungschef Gruevski sprach von 40 Bewaffneten, die das Land destabilisieren wollten.

Am Samstagabend ergaben sich 27 von ihnen den Sicherheitskräften. Ihre Anführer sollen laut Regierung aus dem benachbarten Kosovo stammen, das fast nur noch von Albanern bewohnt wird.

Tausende Menschen flohen aus Kumanovo ins benachbarten Serbien. Auch dort lebt eine albanische Minderheit, die oft auf Konfrontationskurs mit der Regierung in Belgrad geht. Serbien entsandte Spezialpolizei an die Grenze.

Unter den "Terroristen" seien Kämpfer gewesen, die Kriegserfahrungen im Nahen und Mittleren Osten gesammelt hätten, erläuterte Regierungschef Gruevski. Sie seien auch für den Überfall auf eine mazedonische Grenzstation vor zwei Wochen verantwortlich. Die Kämpfe in Kumanovo seien keinesfalls ein Konflikt zwischen der slawischen Mehrheitsbevölkerung des Landes und der albanischen Minderheit.

dpa


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Was halten Sie von einem Rauchverbot im Auto?

Alles über Hannover 96

Spielberichte, Hintergründe, Analysen - lesen Sie hier alles über Hannover 96.

Bilder des Tages

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-140912-99-04060_large_4_3.jpg

Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

zur Galerie