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Soldaten besetzen am 21.03.2012 die staatseigene Radio- und Fernsehstation in Bamako, Mali.

Soldaten besetzen am 21.03.2012 die staatseigene Radio- und Fernsehstation in Bamako, Mali. © Malin Palm/Archiv

Konflikte

Militäreinsatz in Mali nach Krisentreffen wahrscheinlicher

Eine militärische Intervention in Mali zur Befreiung des Nordens von dort wütenden radikalen Islamisten wird immer wahrscheinlicher. Gleichzeitig wollen einige westafrikanische Nachbarländer die Krise auf friedliche Weise lösen, darunter Algerien und Mauretanien.

Addis Abeba/Bamako. Sie hoffen auf einen Dialog mit moderateren Islamistengruppen und befürchten, dass eine bewaffnete Intervention dramatische Auswirkungen auf die ganze Region haben könnte. Eine einheitliche Strategie für das weitere Vorgehen wurde auch bei einem hochrangigen Treffen in der Hauptstadt Bamako, zu dem am Freitag Vertreter aus mehr als 20 Ländern angereist waren, nicht gefunden.

"Wir müssen Verhandlungen beginnen und gleichzeitig eine militärische Operation ins Auge fassen. Das ultimative Ziel ist, dass Mali seine territoriale Integrität zurückgewinnt", brachte es die neue Kommissionschefin der Afrikanischen Union, Nkosazana Dlamini-Zuma, am Freitagabend auf den Punkt. Schon vor Wochen hatte sich die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas bereiterklärt, eine Regionaltruppe mit mehr als 3000 Soldaten zu entsenden. UN und EU haben logistische Unterstützung zugesagt. Unter anderem sollen Militärausbilder aus Europa bei der Vorbereitung helfen.

Erst in der vergangenen Woche hatte der Weltsicherheitsrat eine Militäroffensive genehmigt und eine Frist von 45 Tagen für die Erstellung von konkreten Plänen eingeräumt. "Jetzt sind es nur noch 38 Tage. Wir müssen zusammenarbeiten, um die Frist einzuhalten", sagte UN-Vizegeneralsekretär Jan Eliasson. "Nach diesem Treffen in Bamako gibt es noch viel zu tun." Der Konflikt sei nicht nur für Mali eine Bedrohung, sondern für die Region und den ganzen afrikanischen Kontinent.

In einer Abschlusserklärung hieß es, die zuständigen malischen Behörden sollten "umgehend Schritte ergreifen, um die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft um die Entsendung einer internationalen Militärtruppe zu unterstützen".

"Ich bin der Präsident eines Landes in der Krise und bin mir meiner Verantwortung und der Tragödie meines Landes voll bewusst", sagte Interimspräsident Dioncounda Traoré vor den Teilnehmern. Alle nur möglichen Kräfte müssten mobilisiert werden, um die Situation zu bewältigen. Denn zur politischen Krise kommt die prekäre humanitäre Lage in dem Wüstenland: Die gesamte Sahel-Zone leidet seit Monaten unter einer schweren Dürre. Allein in Mali sind 4,6 Millionen Menschen von Nahrungsunsicherheit bedroht - das ist fast ein Drittel der Bevölkerung. 560 000 Kinder sind mangelernährt.

Kurz nach einem Militärputsch und dem Sturz von Präsident Amadou Toumani Touré am 22. März hatten im April mehrere Extremistengruppen zusammen mit Tuareg-Rebellen zwei Drittel Malis erobert und dort eine strenge Auslegung der Scharia eingeführt. Sie wollen im Norden einen eigenen Staat gründen. Beobachter befürchten eine Destabilisierung der gesamten Region. Nach UN-Angaben sind derzeit bereits fast 320 000 Menschen auf der Flucht. Rund 118 000 sind Binnenvertriebene, 200 000 haben die Grenzen in die Nachbarländer überquert.

dpa


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