Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Merkel und Steinbrück beim Kirchentag
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Merkel und Steinbrück beim Kirchentag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:40 03.05.2013
Die fünfjährige Deborah nagelt beim Bau einer Kinderkathedrale in den Wallanlagen in Hamburg von Kindern bemalte Holzkacheln auf ein Brett. Quelle: Bodo Marks/dpa
Anzeige
Hamburg

Wie schon an den Tagen zuvor strömten mehr als 100 000 Menschen zu den Veranstaltungen des Christentreffens, bei denen es unter anderem um Rechtsextremismus, Bundeswehreinsätze im Ausland oder um die Arbeitswelt ging. Außerdem gab es ein ökumenisches Signal: Katholiken und Protestanten wollen 2019 den nächsten gemeinsamen Kirchentag organisieren.

Merkel - selbst Protestantin - hob bei einer Podiumsdiskussion den weltweiten Vorbildcharakter der Energiewende in Deutschland hervor. "Andere werden auf uns schauen und werden fragen: Haben die das hingekriegt?" Wenn dies nicht gelinge, würden andere Staaten "die Hände auch wieder in den Schoß legen". Hierzulande sei schon viel erreicht. Immerhin komme bereits ein Viertel der Energie aus erneuerbaren Quellen. Dieser Weg müsse fortgesetzt werden.

Gut vier Monate vor der Bundestagswahl kam auch Merkels SPD- Herausforderer Peer Steinbrück zum Kirchentag. Zunächst informierte er sich - wie zuvor auch die Kanzlerin - in den Messehallen über die dort vertretenen Kircheninitiativen und Sozialprojekte. Dabei lobte er das ehrenamtliche Engagement vieler Menschen. "Das hält die Gesellschaft zusammen." Dann machte Steinbrück bei einem Forum deutlich, dass er häufig kritisierte Spekulationsgeschäfte mit Rohstoffen an den Börsen nicht generell ablehnt.

Ein Schwerpunkt des Kirchentages, der noch bis Sonntag geht, ist die Zusammenarbeit aller Christen über ihre jeweilige Konfession hinaus. Im Jahr 2019 planen katholische und evangelische Laien den nächsten ökumenischen Kirchentag. "Ich bin zuversichtlich, dass das klappen wird", sagte der Präsident des Evangelischen Kirchentages, Gerhard Robbers. Dazu seien freilich noch zahlreiche Gespräche und Vorbereitungen nötig. Ähnlich äußerte sich der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück. Ökumenische Kirchentage gab es bisher 2003 in Berlin und 2010 in München.

Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) beklagte einen Stillstand bei der Verbesserung des Verhältnisses zwischen Katholiken und Protestanten. "Ich habe den Eindruck, dass die ökumenischen Differenzen eher verwaltet als bearbeitet werden." Ein Problem ist, dass Protestanten nicht am Abendmahl der katholischen Kirche teilnehmen können.

Die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs rief dazu auf, den Dialog der Religionen zu verstärken. Die "Grußworterei" müsse durch "echte Gespräche" überwunden werden, sagte sie laut einer Mitteilung der Veranstalter. Fehrs sprach sich dafür aus, die Basis in den Gemeinden stärker als bisher in den Dialog einzubeziehen. Nur durch gegenseitiges Vertrauen könnten Unsicherheiten im Umgang miteinander abgebaut werden. Der katholische Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke sagte, der früher oft erhobene Anspruch einer einzelnen Religion, die einzig wahre zu sein, lasse sich heute nicht mehr aufrechterhalten.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die USA erwägen Waffenlieferungen an die Rebellen. "Das ist eine Option", sagte Verteidigungsminister Chuck Hagel. In Abstimmung mit internationalen Partnern prüfe man aber auch andere Möglichkeiten.

03.05.2013

Die Geste ist hochsymbolisch, doch höchstwahrscheinlich folgenlos: Die US-Bundespolizei FBI hat erstmals eine Frau auf ihre Liste der meistgesuchten Terroristen gesetzt - 40 Jahre, nachdem sie einen Polizisten erschossen habe.

03.05.2013

Frankreichs Präsident François Hollande hat die Kritik von Parteifreunden an der Bundeskanzlerin Angela Merkel als "Ungeschicktheit" bezeichnet. Er habe Merkel versichert, dass er fest an die deutsch-französische Freundschaft glaube, sagte der Sozialist in einem Interview des "Wall Street Journal" (Freitag) zum ersten Jahrestag seines Wahlsiegs am 6. Mai.

03.05.2013
Anzeige