Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Mehrheit der Deutschen empfindet Islam als Bedrohung
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Mehrheit der Deutschen empfindet Islam als Bedrohung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:40 28.04.2013
Betende Muslime der Ahmadiyya Gemeinde beim Freitagsgebet in Mannheim. Quelle: Ronald Wittek/Archiv
Anzeige
Gütersloh

Der frühere Bundespräsident Christian Wulff hatte 2010 mit seiner Äußerung, der Islam gehöre zu Deutschland, eine heftige Debatte ausgelöst. Die Studie zeigt nun, dass jeder zweite Deutsche die Auffassung nicht teilt.

"Religion ist ein wesentlicher Faktor für das Denken und Handeln der Menschen, denn sie gibt Orientierung und Sinn", schreibt Liz Mohn, die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung, im Vorwort zum "Religionsmonitor". Man solle aber nicht vergessen, dass unterschiedliche Religionen, wenn sie aufeinanderstoßen, auch Konfliktpotenzial besitzen.

85 Prozent der Befragten bejahten, dass man allen Religionen gegenüber offen sein sollte. Und 60 Prozent empfinden die wachsende religiöse Vielfalt als eine Bereicherung. Allerdings erkennen fast zwei Drittel (64 Prozent) in der Vielfalt auch eine Ursache für Konflikte.

Die Hälfte der Bundesbürger lehnt die Aussage ab, dass der Islam in die westliche Welt passe. Das Judentum halten 19 Prozent der fast 2000 Befragten in Deutschland für eine Bedrohung.

In die repräsentative Studie zur gesellschaftlichen Bedeutung von Religion und Werten flossen die Antworten von 14 000 Menschen in Deutschland sowie in zwölf anderen Ländern auf 100 Fragen ein.

Die Studie belegt große Unterschiede in der Religiosität: Die Türkei (82 Prozent), Brasilien (74 Prozent), Indien (70 Prozent) und die USA (67 Prozent) weisen die größten Anteile derjenigen auf, die angeben, "mittel", "ziemlich" oder "sehr religiös" zu sein. Schweden (28 Prozent) und Israel (31 Prozent) haben die niedrigsten Werte. Deutschland liegt mit 57 Prozent im Mittelfeld (Ostdeutschland 26 Prozent, Westdeutschland 64 Prozent).

Eine negative Einstellung zu Islam oder Christentum ist - wenig überraschend - stark abhängig von der Region. So fühlen sich die Menschen auch in Spanien (60 Prozent), den USA (42 Prozent), der Schweiz (50 Prozent) und Israel (76 Prozent) vom Islam bedroht; deutlich weniger stark dagegen die in Südkorea (16 Prozent) oder Indien (30 Prozent). Auf der anderen Seite nehmen 32 Prozent der Befragten in der Türkei und 27 Prozent der Israelis das Christentum als Bedrohung wahr.

Über die Konfessionen hinweg belegt die Befragung eine große Zustimmung zur Demokratie und zur Trennung von Religion und Politik. In Deutschland halten 88 Prozent der Christen, 79 Prozent der Muslime und 80 Prozent der Konfessionslosen die demokratische Regierungsform für gut. Dass Homosexuelle die Möglichkeit haben sollten, zu heiraten, finden 70 Prozent der Katholiken. Unter den Muslimen ist die Zustimmung mit 48 Prozent deutlich geringer.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die CSU schließt Steuererhöhungen nach der Bundestagswahl klar aus. Vielmehr sollen die Bezieher unterer und mittlerer Einkommen entlastet werden - etwa durch eine Erhöhung des Arbeitnehmerpauschbetrags.

28.04.2013

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) setzt darauf, dass die steuerliche Gleichstellung der Homo-Ehe noch vor der Bundestagswahl Gesetz wird. "Das Bundesverfassungsgericht hat bereits in der Vergangenheit klar gegen die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften Position bezogen", sagte Westerwelle der "Bild am Sonntag".

28.04.2013

Venezuelas neuer Präsident Nicolás Maduro hat bei seiner ersten Auslandsreise seit seiner Amtsübernahme das Bündnis mit dem sozialistischen Kuba bekräftigt.

28.04.2013
Anzeige