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Die teilweise gewaltsamen Proteste gegen die schlechte wirtschaftliche Lage und hohe Arbeitslosigkeit hatten sich auf mehrere Regionen des nordafrikanischen Landes ausgedehnt.

Die teilweise gewaltsamen Proteste gegen die schlechte wirtschaftliche Lage und hohe Arbeitslosigkeit hatten sich auf mehrere Regionen des nordafrikanischen Landes ausgedehnt. © str/epa

Unruhen

Mehr als 260 Festnahmen nach Unruhen in Tunesien

Tunesien leidet unter der schlechten Wirtschaftslage. Viele junge Menschen sind verzweifelt, weil sie keine Arbeit finden. Ihr Frust schlägt in Gewalt um. Eine Ausgangssperre soll die Lage beruhigen.

Tunis. Nach den schwersten sozialen Unruhen in Tunesien seit dem Ausbruch des arabischen Aufstands vor fünf Jahren haben Sicherheitskräfte mehr als 260 Menschen festgenommen.

Sie sollen in Akte von Vandalismus und Gewalt verwickelt gewesen sein, erklärte ein Sprecher des tunesischen Innenministeriums am Samstag. Trotz einer nächtlichen Ausgangssperre habe es am Abend zuvor in einigen Regionen Zusammenstöße gegeben. Am späteren Abend sei Ruhe eingekehrt.

Die teilweise gewaltsamen Proteste gegen die schlechte wirtschaftliche Lage und hohe Arbeitslosigkeit hatten vor einer Woche in Kassérine im Westen des Landes begonnen. Sie dehnten sich in der Nacht zum Freitag auf mehrere Regionen des nordafrikanischen Landes aus. Demonstranten griffen nach Behördenangaben in mehreren Städten Posten der Polizei an und setzten deren Wagen in Brand.

Ministerpräsident Habib Essid sagte am Samstag nach einem Krisentreffen des Kabinetts, die Sicherheitslage habe sich verbessert. Die Sicherheitskräfte hätten die Lage mit wenigen Ausnahmen unter Kontrolle. Das Land stehe vor großen Herausforderungen. Seine Regierung arbeite daran, ihnen zu begegnen.

Präsident Béji Caïd Essebsi hatte zuvor fremde Kräfte für das Chaos verantwortlich gemacht. Einflüsse von außen und böswillige Kräfte würden die Sicherheit und Stabilität des nordafrikanischen Landes gefährden, erklärte der Staatschef. Nähere Erläuterungen dazu machte er nicht. Tunesien leidet jedoch unter Extremismus. Vor allem aus dem Bürgerkriegsland Libyen kommen radikale Kräfte ins Land.

In Tunesien hatten vor fünf Jahren die arabischen Aufstände begonnen. Als einziger arabischer Staat schaffte das Land danach den Übergang in die Demokratie. Allerdings leidet Tunesien unter der schlechten Wirtschaftslage. Die Arbeitslosigkeit ist vor allem unter Jüngeren hoch. Im vergangenen Jahr erschütterten Terroranschläge das Land, zu denen sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte.

dpa


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