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Das Tochterboot des Seenotrettungskreuzers Minden rettet auf dem Mittelmeer ein Flüchtlingsboot zwischen der Türkei und der griechischen Insel Lesbos.

Das Tochterboot des Seenotrettungskreuzers Minden rettet auf dem Mittelmeer ein Flüchtlingsboot zwischen der Türkei und der griechischen Insel Lesbos. © Kay Nietfeld/Archiv

EU

Mehr Flüchtlinge erreichen Griechenland

Die EU, die Türkei und die Nato wollen den Flüchtlingszustrom in der Ägäis stoppen. Doch aktuelle Zahlen zeigen einen anderen Trend.

Athen (dpa) - Angesichts des Flüchtlingspakts zwischen der EU und der Türkei richtet sich Griechenland auf einen bürokratischen Kraftakt ein. "Unternehmen Mammut nach der Einigung", titelte die konservative Athener Zeitung "Kathimerini".

Regierungschef Alexis Tsipras versprach, die EU werde 2300 Experten zur Unterstützung schicken. Von diesem Sonntag an sollen nach dem Beschluss des EU-Türkei-Gipfels etwa Flüchtlinge, die illegal nach Griechenland übersetzen, künftig in die Türkei zurückgeschickt werden können. Zunächst setzten aber wieder mehr Menschen auf die griechischen Inseln über.

In den vergangenen 24 Stunden setzten nach Angaben des Krisenstabs 1498 Flüchtlinge von der Türkei auf die griechischen Inseln über. Am Freitag waren 670 und am Donnerstag 239 Menschen ins Land gekommen. Insgesamt befänden sich 47 536 registrierte Flüchtlinge in Griechenland. In der Meerenge von Lesbos patrouillierte das Flaggschiff der Nato-Flotille, das deutsche Versorgungsschiff "Bonn".

Nach Einschätzung eines Offiziers der griechischen Küstenwache könnte die Zunahme der Flüchtlingszustroms mit der Angst der Menschen zusammenhängen, sie müssten nach dem Flüchtlingspakt zwischen der EU und Ankara länger in der Türkei auf ihre Weiterreise warten. "Sie wollen - koste es, was es wolle - nach Griechenland und damit in die EU kommen", sagte der Offizier auf der Insel Chios. Mit Blick auf die beschlossenen Asyl-Schnellverfahren zeigte er sich skeptisch: "Das schaffen wir nicht", sagte er. Regierungschef Tsipras kündigte an, die ersten EU-Experten würden noch am Wochenende erwartet.

Dramatisch bleibt die Situation im Elendskamp von Idomeni nahe der Grenze zu Mazedonien. "Wir machen uns Sorgen, dass es zu Gewaltausbrüchen oder sogar zu einem Ansturm auf den mazedonischen Zaun kommen könnte", sagte ein Polizeioffizier aus der Provinzhauptstadt Kilkis der Deutschen Presse-Agentur. Der Krisenstab schätzt, dass in Idomeni etwa 10 500 Menschen ausharren.

dpa


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