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Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag zwischen dem Vorsitzenden des Madsack-Aufsichtsrats, Friedhelm Haak (links von der Kanzlerin), und dem Vorsitzenden der Madsack-Geschäftsführung, Herbert Flecken. Ganz links HAZ-Korrespondent Reinhard Urschel, rechts LVZ-Korrespondent Dieter Wonka.

Politik und Medien: Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag zwischen dem Vorsitzenden des Madsack-Aufsichtsrats, Friedhelm Haak (links von der Kanzlerin), und dem Vorsitzenden der Madsack-Geschäftsführung, Herbert Flecken (rechts von der Kanzlerin) sowie den Berlin-Korrespondenten Reinhard Urschel (ganz links) und Dieter Wonka.© Michael Thomas

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Am Schiffbauerdamm in Berlin

Mediengruppe Madsack eröffnet neues Hauptstadtbüro

Die Mediengruppe Madsack hat eine neue Adresse in Berlin: In den geschichtsträchtigen Mauern eines einstigen Maschinenhauses am Schiffbauerdamm befindet sich jetzt die gemeinsame Berliner Redaktion der Madsack-Tageszeitungen. Zur Eröffnung des neuen Hauptstadtbüros am Donnerstagabend kamen mehr als 300 prominente Gäste.

Die Verlagsgesellschaft Madsack hat am Donnerstagabend mit mehr als 300 prominenten Gästen ihre neue Hauptstadtrepräsentanz in Berlin eröffnet. Unweit des Reichstagsgebäudes mitten im Regierungsviertel recherchieren künftig neun Korrespondenten der Mediengruppe die spannendsten Geschichten auf nationaler Ebene. „Wir investieren damit in das wichtigste Körperteil des Journalisten – in den Kopf“, erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Verlagsgesellschaft Madsack, Herbert Flecken, zur Eröffnung.

Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Niedersachsens Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) kamen auch Regierungschefs aus anderen Bundesländern, in denen Madsack mit Zeitungstiteln vertreten ist. Flecken sagte, aus Berlin werde der Leser mit „Exklusivität und Exzellenz“ beliefert werden. Nicht nur überregionale Nachrichten für Printprodukte werden künftig in Berlin erstellt. Auch Fernsehinterviews zählen zu den Aufgaben des neuen Hauptbüros. Die hannoversche Mediengruppe will damit ein neues Kapitel ihrer politischen Berichterstattung aufschlagen.

Hinter den alten Backsteinmauern nahe der Spree vibrierten einst die Generatoren eines Elektrizitätswerkes. Es war gewissermaßen das Kraftzentrum von Berlin-Mitte. Die Technik des Industriezeitalters ist verschwunden, doch der Bau am Schiffbauerdamm in Sichtweite des Reichstagsgebäudes ist auf eine neue Art wieder zum Kraftzentrum geworden: Die Mediengruppe Madsack hat dort ihre Hauptstadtrepräsentanz untergebracht. Rund 2,6 Millionen Leser von 18 Zeitungstiteln mit einer Auflage von zusammen fast einer Million Exemplaren werden aus dem Hauptstadtbüro täglich bedient.

"Exzellenz und Exklusivität haben hier ihren Platz!"

„Nähe ist unsere Stärke. Exzellenz und Exklusivität haben hier ihren Platz“, sagte Flecken zur Begrüßung am Donnerstagabend in Berlin. Er versprach, dass „von Berlin aus unsere Leser, Hörer und Zuschauer mit Qualitätsjournalismus beliefert werden“. Als gesunder Verlag belebe man zwar zwei Herzkammern – das Regionale und das Lokale –, „aber hier in Berlin, da kommt von der Politik Wesentliches“. Das Ergebnis der Recherchen vor Ort, so der Vorsitzende der Geschäftsführung, „ist dann die eigene Geschichte und nicht die pauschalierte Agenturmeldung“. Dafür biete das Büro „eine hochmoderne Grundausstattung“, eingeschlossen die Möglichkeit, Interviews auch für das Fernsehen aufzuzeichnen. Für den Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Verlagsgesellschaft, Friedhelm Haak, ist das „Berliner Büro“ einfach „Gold wert“. Es ermögliche „nationale News von dem Ort, wo unsere Gesetze gemacht werden, und es macht unsere Zeitungen qualitativ einfach besser“.

In der Verknüpfung des großen Newsrooms der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung in Hannover und ihrer neuen Berliner Redaktion sieht HAZ-Chefredakteur Ulrich Neufert den größten Gewinn für die Leser und die redaktionellen Partner der HAZ. Beide Redaktionen könnten nun direkt miteinander in Echtzeit kommunizieren und seien in der Lage, ihre Inhalte schnell über viele unterschiedliche Ausgabekanäle zu vertreiben. „Damit können wir unseren Redaktionspartnern in Niedersachsen und Hessen zielgenau Reportagen, Analysen und Berichte, Online-Texte und Videoproduktionen liefern“, sagte Neufert.

Aus vielen Bundesländern, in denen die Mediengruppe Madsack Zeitungen herausgibt, waren die Ministerpräsidenten zur Eröffnung gekommen: aus Schleswig-Holstein Peter Harry Carstensen (CDU), aus Thüringen Regierungschefin Christine Lieberknecht (CDU) und natürlich aus Niedersachsen Christian Wulff (CDU). Der Fraktionsvorsitzende der SPD im niedersächsischen Landtag, Wolfgang Jüttner, stufte das Fest als „Pflichttermin“ ein. „Medien ohne Politik geht wohl nicht, aber Politik ohne Medien auch nicht“, sagte er. Jüttner und Brigitte Pothmer, Bundestagsabgeordnete der Grünen aus Hildesheim, prosteten sich mit Sekt zu – was nicht nur dem Fest geschuldet war, sondern wohl auch einer kurz zuvor veröffentlichten Umfrage, wonach Rot-Grün zwei Monate vor den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen vor der schwarz-gelben Landesregierung liegt.

Wulff und Carstensen hatten hingegen Mühe, sich einen Weg durch das Gedränge zu bahnen, um die Kanzlerin zu begrüßen. „Ich komm’ ja gar nicht zu meiner Chefin“, scherzte Wulff in Anspielung auf Merkels Rolle als CDU-Vorsitzende. Beide schafften es doch irgendwann, und Merkel frotzelte dann über die Schminke im Gesicht der Herren, die für die Filmaufnahmen des Abends in der Maske abgepudert worden waren: „Kosmetik für Männer kommt immer mehr in Mode“, sagte sie.

Im Madsack-Filmstudio am Schiffbauerdamm wird man vom Kamerateam ins rechte Licht gerückt, doch eine Botschaft sollte man dabeihaben. „Wer wirklich etwas zu sagen hat, der ist bei uns immer gut aufgehoben“, betonte Flecken.


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