Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Medien: Bundestag benötigt neues Computer-Netzwerk
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Medien: Bundestag benötigt neues Computer-Netzwerk
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:12 10.06.2015
Die Cyberattacke auf den Bundestag hat Medienberichten zufolge deutlich mehr Schaden angerichtet als bisher bekannt. Quelle: Gregor Fischer
Anzeige
Berlin

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sei zu dem Ergebnis gekommen, dass das Netz nicht mehr gegen den Angriff verteidigt werden könne und aufgegeben werden müsse. Einem Bericht von "Spiegel Online" zufolge fließen noch immer Daten in unbekannter Richtung ab.

Der Bundestag wollte sich nicht zu den Berichten äußern. Das geschehe auch aus Respekt vor den zuständigen parlamentarischen Gremien, sagte Bundestagssprecher Ernst Hebeker. Seinen Angaben zufolge wird sich der Ältestenrat des Parlaments an diesem Donnerstag mit dem Hackerangriff beschäftigen.

Vor vier Wochen war bekanntgeworden, dass Bundestags-Computer das Ziel einer beispiellosen Cyberattacke geworden waren. Unbekannte hatten einen Trojaner ins Netzwerk eingeschleust und Daten abgezweigt. Wer hinter dem Angriff steckt, ist bislang unklar. Wiederholt war aber darüber spekuliert worden, dass ein ausländischer Geheimdienst dahinterstecken könnte, möglicherweise der russische.

Laut "Spiegel Online" wird in Parlamentskreisen bereits ein "Totalschaden" befürchtet. Womöglich müsse nicht nur die Software der Rechner neu installiert, sondern auch die komplette Hardware ausgetauscht werden. Dies würde Monate dauern und Kosten in mehrstelliger Millionenhöhe verursachen. NDR, WDR und "SZ" berichten, die Angreifer hätten mittlerweile sogar Administratoren-Rechte an sich gebracht. Sie hätten somit Zugriff auf beliebige Systeme des Bundestags sowie auf alle Zugangsdaten der Fraktionen, Abgeordneten und Mitarbeiter.

Der SPD-Netzexperte Lars Klingbeil kritisierte die Informationspolitik der Bundestagsverwaltung. "Gegenüber den Abgeordneten gibt es kaum Kommunikation und große Verunsicherung. Keiner weiß hier so richtig, was los ist", sagte der Obmann der SPD-Bundestagsfraktion im Ausschuss Digitale Agenda der "Mitteldeutschen Zeitung" (Donnerstag). "Wir haben das im Ausschuss zweimal auf die Tagesordnung gesetzt. Und es ist niemand von der Bundestagsverwaltung gekommen, der uns da einen Bericht gegeben hat." Auch sein CDU-Kollege Tankred Schipanski, sagte: "Das ist von Seiten der Bundestagsverwaltung eine merkwürdige Informationspolitik."

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) entsenden die USA 450 weitere Soldaten in den Irak. Diese sogenannten Militärberater sollen dabei helfen, die Extremisten aus der westlichen Provinz Anbar zu vertreiben, teilte das Weiße Haus mit.

10.06.2015

Berlin (dpa) – Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat ihren Vorgänger Thomas de Maizière in der Affäre um das umstrittene Sturmgewehr G36 in Schutz genommen.

10.06.2015

Papst Franziskus will mit einer neuen juristischen Instanz im Vatikan härter gegen Bischöfe vorgehen, die Kinder nicht vor sexuellem Missbrauch durch Geistliche schützen.

10.06.2015
Anzeige