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Französische Soldaten überprüfen ihre Ausrüstung.

Französische Soldaten überprüfen ihre Ausrüstung. © Nelson Richard/SIRP

Konflikte

Malische und französische Truppen rücken vor

Malische und französische Truppen haben im Kampf gegen islamistische Rebellen ihre Offensive in Richtung Nord-Mali weiter fortgesetzt. Ziel ist es, die gesamte Region aus den Händen der seit Monaten in weiten Landesteilen wütenden Extremisten zu befreien.

Bamako. "Wir planen, jede Woche rund 100 Kilometer weiter vorzurücken", sagte ein Militärsprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. In den vergangenen Tagen hatte die Armee mit Unterstützung aus Paris bereits die wichtigen Städte Diabali, Douentza und Kona in der Landesmitte zurückerobert.

Derzeit bewegten sich die Soldaten auf Hombori zu, erklärte der Sprecher. Der nordöstlich von Kona liegende Ort ist ebenfalls in Islamistenhänden. Luftangriffe seien zunächst nicht im Gange.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) würdigte bei einer Pressekonferenz mit Präsident François Hollande den französischen Einsatz gegen die Terroristen. "Dies ist eine Aufgabe, die uns allen in Europa und in der Welt hilft", sagte sie in Berlin. Weitere Zusagen für konkrete Militärhilfe aus Deutschland machte sie aber nicht. Hollande würdigte unterdessen die deutsche Unterstützung mit zwei Transall-Flugzeugen der Bundeswehr zum Transport afrikanischer Truppen nach Mali. "Ich hatte nie Zweifel, dass Deutschland sich politisch solidarisch zeigen würde", betonte er.

Die Finanzierung der geplanten afrikanisch geführten Militäreinsatzes AFISMA, der die malisch-französische Intervention unterstützen soll, ist derweil weiter unklar. Am kommenden Dienstag (29. Januar) soll in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba eine Geberkonferenz Lösungen diskutieren. Neben zahlreichen afrikanischen Staats- und Regierungschefs würden weitere 58 Länder sowie Vertreter des Weltsicherheitsrates an dem Treffen teilnehmen, sagte eine AU-Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa.

Die EU-Kommission hat die humanitäre Hilfe für Flüchtlinge und Hungernde in Mali um 20 Millionen Euro erhöht. Die Europäische Union hatte im vergangenen Jahr bereits 111 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, von denen 38 Millionen Euro aus den nationalen Haushalten der Mitgliedstaaten kamen. Nach UN-Angaben sind seit dem Beginn der Operation Serval am 11. Januar bereits 7000 Menschen in die Nachbarländer geflohen. Seit die Krise vor zehn Monaten ausbrach, haben 147 000 Menschen im Ausland Zuflucht gesucht, 229 000 leben als Binnenvertriebene.

Mehrere Islamistengruppen hatten im vergangenen Jahr ein Machtvakuum nach einem Militärputsch ausgenutzt und den gesamten Norden Malis unter ihre Kontrolle gebracht. Paris wurde vor zwölf Tagen in dem westafrikanischen Land militärisch aktiv, nachdem die Rebellen zuvor immer weiter nach Süden vorgedrungen waren. Es gab die Befürchtung, dass auch die Hauptstadt Bamako fallen könnte.

Die Übergangsregierung verlängerte derweil den über das Krisenland verhängten Ausnahmezustand um drei Monate. In diesem Zeitraum sind große Menschenansammlungen und alle Aktionen, die die öffentliche Ordnung beeinträchtigen könnten, verboten.

In Zentral-Mali kehrte nach Tagen schwerer Kämpfe langsam wieder Ruhe ein. "Douentza ist seit Montagmorgen wieder frei. Die Franzosen haben den Islamisten schwere Verluste zugefügt, die daraufhin die Stadt verlassen haben", sagte ein Anwohner am Telefon. "Es gibt zwar noch keinen richtigen Alltag, aber wir sind sehr glücklich, dass die Dinge zur Normalität zurückkehren."

Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi kritisierte die Truppenentsendung aus Paris und betonte, die Militärintervention könne den Konflikt in der Region noch verschlimmern. "Jedes Eingreifen sollte friedlich sein und auf Entwicklung abzielen", meinte er. Die ägyptische Zeitung "Al-Shorouk" zitierte Mursi mit den Worten: "Wir werden niemals Extremismus, Gewalt oder Angriffe auf Zivilisten akzeptieren, aber gleichzeitig wollen wir kein neues Zentrum für einen blutigen Konflikt schaffen, der Nordafrika von seinen afrikanischen Nachbarn trennen könnte."

Der Hohe Islamische Rat von Mali verteidigte hingegen die Offensive. "Das hier hat nichts mit Islam zu tun. Es geht um den Kampf gegen Terrorismus und Kriminalität in Nord-Mali", sagte der Präsident des Rates, Mohamoud Dicko. Muslime in aller Welt müssten verstehen, was gerade in Mali passiert: "Die Integrität unseres Landes wurde im Namen des Islam angegriffen. Aber es ist gar keine Frage der Religion, um die es hier geht."

dpa


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