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Frankreichs Präsident Hollande gibt bekannt, dass französische Truppen in Mali eingetroffen sind.

Frankreichs Präsident Hollande gibt bekannt, dass französische Truppen in Mali eingetroffen sind. © Philippe Wojazer

Konflikte

Mali: Tote bei Frankreichs Militäreinsatz gegen Islamisten

Bei Kampfeinsätzen der französischen Streitkräfte gegen islamistische Rebellen am Horn von Afrika und in Mali sind am Samstag mindestens zwei französische Soldaten getötet worden.

Paris/Bamako/Mogadischu. Im westafrikanischen Mali starb ein Hubschrauberpilot im Gefecht mit den mutmaßlich von Al-Kaida-Kämpfern angeführten Aufständischen. Frankreich hatte den Kampfeinsatz am Vortag begonnen. Im etwa 5000 Kilometer östlich gelegenen Somalia kam bei einer versuchten Geiselbefreiung durch das französische Militär mindestens ein französischer Soldat ums Leben.

Präsident François Hollande gestand am Abend in Paris den Misserfolg der Aktion zur Geiselbefreiung ein. "Der Einsatz hat keinen Erfolg, trotz des Verlusts zweier unserer Soldaten und zweifellos auch der Hinrichtung der Geisel", heißt es in einer am Samstagabend verbreiteten Erklärung Hollandes. Ein französischer Soldat starb bei dem Einsatz, ein zweiter gilt seitdem als vermisst.

Wegen des Eingreifens der früheren Kolonialmacht in Mali wurde in Frankreich am Samstag auf Anordnung von Präsident François Hollande die Sicherheitsstufe erhöht. Er wies Regierungschef Jean-Marc Ayrault an, den Schutz von Regierungsgebäuden sowie des öffentlichen Nahverkehrs zu verstärken, wie die Medien berichteten.

Mit dem militärischen Eingreifen in Mali wuchs in Paris die Sorge um französische Geiseln in der Region. Die Entführten sind teilweise seit Jahren in muslimisch geprägten Ländern Afrikas verschleppt. Die nordmalische Islamistengruppe Ansar Dine drohte in einer Erklärung allen in der muslimischen Welt lebenden Franzosen Vergeltung für das Eingreifen der französischen Streitkräfte an, wie ein BBC-Korrespondent berichtete.

Bei der versuchten Geiselbefreiung in Somalia starben in Buula-Marer, rund 110 Kilometer südlich der Hauptstadt Mogadischu, nach Angaben von Anwohnern auch fünf Zivilisten und mehrere Al-Schabaab-Kämpfer. Das französische Militär sprach von mindestens 17 getöteten Rebellen.

Über das Schicksal des 2009 von der islamistischen Al-Schabaab-Miliz verschleppten französischen Geheimagenten Denis Allex gab es widersprüchliche Berichte. Während die Miliz erklärte, Allex sei noch Leben, befürchtet neben Hollande auch der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian, dass der Agent bei dem Einsatz umgekommen sein könnte.

Nach der Entsendung von Kampftruppen in die Konfliktgebiete Malis verkündete die französische Regierung erste Erfolge im Kampf gegen die islamistischen Rebellen. Die Luftwaffe habe die vermutlich von Al-Kaida-Kämpfern geführten Aufständischen zum Rückzug aus der Stadt Kona im Landesinneren gezwungen. Präsident Hollande erklärte am Samstagabend, dass die islamistischen Rebellen nach den zweitägigen Luftangriffen "schwere Verlust" erlitten hätten. "Wir haben unsere Gegner gestoppt und ihnen schwere Verluste zugefügt", sagte er. Zugleich betonte Hollande, dass Frankreichs Einsatz "noch nicht beendet" sei. Aufgabe sei nun, den Weg für den Einsatz einer afrikanischen Eingreiftruppe, die vom UN-Sicherheitsrat genehmigt wurde, zu ebnen.

Am Samstagabend wurde EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso zu Gesprächen in Paris erwartet. Das bestätigte die Kommission in Brüssel. Im Mittelpunkt dürfte die Lage in Mali stehen. Die Europäische Union plant derzeit keinen Kampfeinsatz unter EU-Flagge in Mali. Sie will aber etwa 200 Militärberater entsenden, die malische Soldaten auf den Kampf gegen Rebellen vorbereiten sollen. Auch Bundeswehr-Soldaten sollen zu den Ausbildern zählen.

dpa


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