Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Malaysia schickt Flüchtlinge zurück auf See
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Malaysia schickt Flüchtlinge zurück auf See
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:34 14.05.2015
Einige Flüchtlingsboote wurden von Thailändern in malaysische Gewässer geschleppt. Foto: Stringer
Anzeige
Kuala Lumpur

Das andere werde wegen eines Maschinenschadens repariert, müsse dann aber ebenfalls wieder in See stechen. Beide Boote waren vor der Insel Penang im Nordwesten des südostasiatischen Landes abgefangen worden.

Die Regierung in Kuala Lumpur kündigte zugleich eine harte Linie gegen die Bootsflüchtlinge und noch intensivere Patrouillen vor der Küste an. "Schiffe, die illegale Migranten transportieren, dürfen nicht in malaysische Gewässer hinein", sagte der Direktor der Marinebehörde MMEA, Amdan Kurish.

Vorausgegangen war die Landung von rund 1000 Flüchtlingen aus Myanmar und Bangladesch auf der rund 100 Kilometer nördlich von Penang gelegenen Insel Langkawi Anfang der Woche. Nach Regierungsangaben leben jetzt schon 151 000 Flüchtlinge in Malaysia, 94 Prozent von ihnen aus Myanmar. Von dort fliehen Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya. Der Vorsitzende Menschenrechtsorganisation der Rohingya in Malaysia, Zafar Amad, zeigte sich enttäuscht vom Vorgehen der Regierung. "Meine Landsleute werden zu Hause verfolgt, wir brauchen Hilfe", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

In den vergangenen Tagen hatte es alarmierende Berichte über Tausende von Flüchtlingen in teils nicht seetüchtigen Booten in der südostasiatischen See gegeben. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) sprach von 8000 Menschen und rief die Behörden Thailands, Malaysias und Indonesiens auf, diese an Land zu lassen. Die indonesische Marine schickte aber am Montag ein Boot mit Hunderten Flüchtlingen zurück auf hohe See.

Ein BBC-Reporter berichtete am Donnerstag von katastrophalen Zuständen auf einem Flüchtlingsboot mit 350 Rohingya nahe der thailändische Insel Koh Lipe westlich von Langkawi. Die Besatzung habe sich abgesetzt und die Maschinen funktionsunfähig gemacht. Zehn Menschen an Bord seien schon gestorben und in der Andamanensee ins Wasser geworfen worden. "Wir können Leute sehen, die ihren eigenen Urin aus Flaschen trinken", berichtete der Reporter. Die Migranten sagten, sie seien schon seit drei Monaten auf See. Ein thailändisches Fischerboot habe das Schiff am Mittwoch in malaysische Gewässer geschleppt, von dort sei es wieder in thailändisches Seegebiet zurückgeschleppt worden.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach den tragischen Bootsunglücken im Mittelmeer treibt die Europäische Union die Pläne für eine umfassende Neuausrichtung der Flüchtlingspolitik voran. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte im türkischen Belek, er rechne mit der Zustimmung des UN-Sicherheitsrats für Militäreinsätze gegen Schleuserbanden.

14.05.2015

Berlin (dpa) - Unionsfraktionschef Volker Kauder ist über die Veröffentlichung geheimer Dokumente im Zuge der NSA-BND-Affäre empört. Dass diese Papiere in Zeitungen oder im Internet auftauchten, sei nicht tragbar, sagte der CDU-Politiker der "Welt".

14.05.2015

Einen Tag nach der Machtübernahme durch das Militär im ostafrikanischen Burundi ist es in der Hauptstadt Bujumbura zu schweren Kämpfen gekommen. Augenzeugen berichteten seit dem Morgen von Explosionen und Feuergefechten zwischen Anhängern des Putschisten Godefroid Niyombare und Getreuen von Präsident Pierre Nkurunziza.

14.05.2015
Anzeige