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MAHNMAL: Am Düsseldorfer Flughafen stehen immer noch die Wände mit Briefen und Kerzen, die an die Opfer des Germanwings-Absturzes erinnern.

FLUGZEUGABSTURZ

Lufthansa Tochter German Wings bietet Opfern 25 000 Euro Schmerzensgeld

Die Lufthansa hat den deutschen Hinterbliebenen der Germanwings-Katastrophe pauschal 25 000 Euro als Schmerzensgeld angeboten. Zusätzlich sollen nächste Angehörige der Opfer wie Eltern, Kinder oder Lebenspartner ohne weitere Prüfung jeweils ein individuelles Schmerzensgeld von 10 000 Euro erhalten, teilten die Fluggesellschaften mit. (Lesen Sie diesen Artikel im vollen Umfang heute (1. Juli) auch in der Printausgabe der NP.)

Frankfurt. . Das Schmerzensgeld solle aber nicht mit den bereits geleisteten 50 000 Euro Soforthilfe verrechnet werden, erläuterte ein Jurist der Konzernmutter Lufthansa. Das Schmerzensgeld werde auch zusätzlich zu den Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz fließen, für das sich die Familien der deutschen Opfer an den Staat wenden müssen. Nach diesem Gesetz haben die Opfer von Gewalttaten Ansprüche gegen den deutschen Staat, wobei ausdrücklich Ereignisse in deutschen Flugzeugen eingeschlossen sind.

Der Staat, hier der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, kann sich die Leistungen möglicherweise von Germanwings zurückholen. Mehrere Anwälte bestätigten den Eingang des Lufthansa-Vorschlags.

Der Mönchengladbacher Anwalt Christof Wellens nannte das Angebot nicht angemessen: „Ich kann mir kaum vorstellen, dass auch nur eine Opfer-Familie das annimmt“, sagte Wellens. Die Lufthansa versuche sich der Verantwortung zu entziehen. Wellens vertritt nach eigenen Angaben 15 Opfer-Familien mit mehr als 60 Angehörigen zivilrechtlich.

Die Fälle der Todesopfer aus anderen Ländern müssten nach dem jeweiligen nationalen Recht behandelt werden, erläuterte die Lufthansa. In Spanien würden materielle wie immaterielle Schäden über die sogenannte Baremo-Tabelle abgewickelt. Ob britische oder US-amerikanische Gerichte über Entschädigungen ihrer Staatsbürger entscheiden könnten, sei noch offen.

Bei dem Absturz des Germanwings-Jets am 24. März, der den Ermittlern zufolge vom lebensmüden Co-Piloten Andreas Lubitz herbeigeführt wurde, kamen in den französischen Alpen alle 150 Menschen an Bord ums Leben. Ein Versicherungskonsortium mit der Allianz an der Spitze hat nach früheren Angaben 278 Millionen Euro zur Schadensregulierung zurückgestellt. Das sei zunächst eine bilanzielle Rechengröße und sage nichts über die zu erwartende Schadenssumme aus, erklärte ein Experte der Versicherung. Neben den Opferentschädigungen müssten unter weiteren Posten auch die Bergung, die Sanierung von Umweltschäden, das Krisenmanagement, Rechtskosten und das zerstörte Flugzeug bezahlt werden.

Die Lufthansa übernehme langfristige soziale Verantwortung für die Angehörigen der Opfer, erklärte eine Konzernsprecherin. So werde ein Treuhandkonto mit 7,8 Millionen Euro eingerichtet, um Kinder der Opfer in der Ausbildung zu unterstützen. Ein allgemeiner Hilfsfonds werde mit sechs Millionen Euro ausgestattet.


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