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Seit gestern wird wieder geflogen und das Geschäft der Airlines zieht wieder an.© dpa

Flugverbote

Luftfahrtbranche rechnet mit 1,3 Milliarden Euro Schaden

Die Luftfahrtbranche hat von der Politik einen finanziellen Ausgleich für den Milliardenschaden durch die von der Vulkanasche-Wolke verursachten Flugverbote gefordert. Durch die Sperrung der Lufträume sei der Branche in den vergangenen Tagen ein Schaden von umgerechnet 1,3 Milliarden Euro entstanden, erklärte der Branchenverband IATA am Mittwoch in Berlin.

Berlin. Die Sperrung der Lufträume in vielen Ländern Europas habe zeitweise knapp ein Drittel (29 Prozent) der Luftfahrt weltweit lahmgelegt, sagte der IATA-Chef Giovanni Bisignani. Zeitweise seien 1,2 Millionen Passagiere pro Tag von den Flugverboten betroffen gewesen. Das Ausmaß der Krise stelle die Folgen der Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York in den Schatten, als der Luftraum über den USA für drei Tage gesperrt gewesen sei, sagte Bisignani.

Die Folgen des Vulkanausbruchs auf Island seien für die Luftfahrtbranche „verheerend“, sagte Bisignani. Die Industrie habe im vergangenen Jahr einen Verlust von weltweit insgesamt 9,4 Milliarden Dollar eingefahren und erhole sich allmählich von der Krise. Auch für dieses Jahr seien noch Verluste von 2,8 Milliarden Dollar zu erwarten. Die Vulkanasche-Krise treffe die Branche zu einem Zeitpunkt, zu dem die Fluggesellschaften „in der allerschwierigsten finanziellen Lage“ befänden.

IATA-Chef Giovanni Bisignani forderte von den Regierungen, mögliche Hilfen für die Fluggesellschaften zu prüfen. Nach dem 11. September 2001 habe die US-Regierung der Branche mit fünf Milliarden Dollar unter die Arme gegriffen. Die EU-Kommission habe den Mitgliedsstaaten in der jetzigen Situation ähnliche Hilfen erlaubt.

Daneben forderte Bisignani die EU zur Lockerung der Fluggastrechte auf. Diese Regelungen seien „niemals“ für eine solch außergewöhnliche Situation gedacht gewesen, sagte der IATA-Chef. Die Regelungen verpflichteten die Airlines auch in dieser extremen Lage, Hotelübernachtungen, Mahlzeiten und Telefongespräche für gestrandete Passagiere zu zahlen. Vor dem Hintergrund des Vulkanausbruchs stellten die Regelungen jedoch eine „unfaire Belastung“ für die Branche dar.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin sprach sich hingegen vehement gegen Staatshilfen für die Flugbranche aus. „So bitter das für Fluggesellschaften sein mag:
Flugverbote gehören zum allgemeinen Geschäftsrisiko“, erklärte DIW-Chef Klaus Zimmermann. Die Airlines seien zunächst selbst gefordert. Der Staat könne nicht alle Risiken abdecken.

Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) lehnte Staatshilfen für die Fluggesellschaften ab. „Wir können nicht einen Staat unterhalten, der bei jedem Risiko - sei es selbst produziert oder durch äußere Ereignisse hervorgerufen - einspringt“, sagte DIHK-Chef Hans Heinrich Driftmann dem „Tagesspiegel“ (Donnerstagsausgabe). Dadurch werde der Staat überfordert und die Staatsquote immer weiter nach oben getrieben. Die Staatsquote drückt aus, welchen Anteil der Staat an der wirtschaftlichen Gesamtleistung hat.

afp


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