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Deutschland/Welt Linke-Fraktion bekommt Doppelspitze Wagenknecht/Bartsch
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18:26 09.06.2015
Vorgänger mit Nachfolgern: Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht treffen Gregor Gysi. Quelle: Jörg Carstensen
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Berlin

 

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur erklärten sich die beiden bisherigen Stellvertreter Gysis bei einem Treffen mit den Parteichefs Katja Kipping und Bernd Riexinger dazu bereit. Am kommenden Montag soll der Vorschlag offiziell gemacht werden.

Offiziell gab es für die Personalie von Partei und Fraktion zunächst keine Bestätigung. Eine Linke-Sprecherin sagte nur: "Die beiden Parteivorsitzenden werden am Montag in Absprache mit dem geschäftsführenden Vorstand die Vorschläge erörtern und dann einen Vorschlag machen." Ein Fraktionssprecher sagte, von ihm gebe es "weder Bestätigung noch Dementi". Wagenknecht und Bartsch selbst äußerten sich zunächst nicht.

Nach den Statuten der Linken haben die Parteivorsitzenden ein Vorschlagsrecht für die Fraktionsführung. Ein Parteitag hatte schon beschlossen, dass es grundsätzlich eine Doppelspitze geben soll. Gysi hatte sich jedoch erfolgreich dagegen gewehrt, dass seine Macht beschnitten wird.

Die Wahl der Nachfolger soll nun am 13. Oktober stattfinden, etwa zur Mitte der Legislaturperiode. Mit 64 Abgeordneten ist die Linke im Bundestag derzeit die größte Oppositionspartei, noch vor den Grünen. Wagenknecht und Bartsch würden also auch Oppositionsführer.

Die Ehefrau des früheren SPD- und jetzigen Linke-Politikers Oskar Lafontaine gilt in ihrer Partei als Wortführerin des linken Flügels. Die 45-Jährige hatte nach einer internen Abstimmungsniederlage im März noch ihren Verzicht auf eine Kandidatur für den Fraktionsvorsitz erklärt. Nach Gysis Rücktrittsankündigung wurde sie jedoch auch von Reformern bedrängt, ihre Entscheidung zu korrigieren.

Bartsch (57) wird bei der Linken zu den pragmatischen Reformern aus Ostdeutschland gerechnet. Im Unterschied zu Wagenknecht gilt er auch als Fürsprecher einer Koalition mit SPD und Grünen. Gysi hatte am Wochenende auf einem Parteitag in Bielefeld seinen Abschied angekündigt. Der 67-Jährige will aber bis mindestens bis zum Ende der Legislaturperiode im Bundestag bleiben.

dpa

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