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Die Fähren sind diesmal nicht betroffen. Foto: Yannis Kolesidis

Die Fähren sind diesmal nicht betroffen. Foto: Yannis Kolesidis

Streiks

Landesweite Streiks in Griechenland

Die Sparmaßnahmen in Griechenland werden immer schärfer. Die Renten sollen wieder gekürzt und auch die indirekten Steuern erhöht werden. Erneut gibt es Proteste.

Athen. Aus Protest gegen geplante Rentenkürzungen sind griechische Staatsbedienstete in einen 24-stündigen Streik getreten. Dem Ausstand, zu dem die Gewerkschaft der Staatsbediensteten Griechenlands (ADEDY) aufgerufen hatte, schlossen sich auch die Fluglotsen und die Journalisten an.

Wichtigste Auswirkung: Seit Mitternacht ruhte der gesamte Flugverkehr von und nach Griechenland. Alle anderen Verkehrsmittel, darunter die Metro, die Busse und die Fähren, fuhren normal.

Ministerien, Steuerämter und andere Behörden wurden bestreikt. Die Ärzte in staatlichen Krankenhäusern behandelten nur Notfälle. Auch viele Lehrer legten die Arbeit nieder. Viele Schulen blieben geschlossen. Im Radio und Fernsehen werde es keine Nachrichten geben, teilte die Gewerkschaft der Journalisten des Landes mit.

Um die Mittagszeit gingen nach Polizeischätzungen rund 3000 Menschen im Zentrum Athens auf die Straßen. "Weg mit den Sparmaßnahmen, die wie ein Fallbeil unsere Renten vernichten", skandierten aus Megafonen die Demonstranten vor dem Parlamentsgebäude. Anschließend löste sich die Demonstration auf, wie Augenzeugen berichteten.

Zurzeit verhandelt Athen mit seien Gläubigern über weitere Sparmaßnahmen in Höhe von 5,4 Milliarden Euro. Allein die Kürzungen der Renten sollen 1,8 Milliarden betragen. Ohne eine Einigung kann Griechenland auf keine weiteren Hilfen hoffen. Insgesamt geht es um bis zu 86 Milliarden Euro. Finanzminister Euklid Tsakalotos hatte am Vorabend erklärt, die Verhandlungen sollten am Wochenende mit einer Auflistung der Punkte, bei denen sich Kontrolleure der Gläubiger und und die griechische Regierung einig und nicht einig sind, vorläufig zu Ende gehen. Athen hofft, dass man bis zum Monatsende zu einer Einigung kommen könnte.

Im Juli muss Athen zwei dicke Schuldenbrocken begleichen. Bis dahin müssen demnach Gelder nach Athen fließen. Zwischen dem 13. und dem 20. Juli müssen insgesamt gut 2,7 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank (ETB) und den Internationalen Währungsfonds (IWF) gezahlt werden. Zahlt Athen nicht, läuft Griechenland Gefahr pleite zu gehen.

dpa


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