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Deutschland/Welt Lage in Idomeni bleibt gespannt
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Lage in Idomeni bleibt gespannt
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12:06 12.04.2016
Migranten fordern, dass die sogenannte Balkanroute wieder geöffnet und ihnen erlaubt wird, nach Zentraleuropa weiter zu fahren.  Quelle: Kostas Tsironis
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Athen (dpa) - Die Zahl der Flüchtlinge, die aus der Türkei nach Griechenland kommen, bleibt im Vergleich zu den vergangenen Monaten niedrig: Nur wenige Dutzend Schutzsuchende trafen seit Montagmorgen auf den Ägäis-Inseln ein.

Die Regierung in Athen konnte zudem Hunderte Migranten und Flüchtlinge überreden, das wilde Lager entlang der Kaimauer von Piräus zu verlassen. In anderen Lagern - allen voran dem von Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze - bleibt die Lage hingegen gespannt.   

Innerhalb von 24 Stunden hätten nur noch 80 Migranten vom türkischen Festland auf griechische Ägäis-Inseln übergesetzt, teilte der Stab für die Flüchtlingskrise in Athen mit. Am Vortag waren es 18 und am Wochenende insgesamt 282 Menschen gewesen. Zum Vergleich: Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) waren im Vormonat im Durchschnitt knapp 900 Migranten täglich auf den Inseln angekommen. In den ersten zehn Apriltagen trafen im Durchschnitt 170 Menschen täglich ein.

Vergangene Woche waren erstmals im Rahmen des EU-Türkei-Flüchtlingspaktes 325 Schutzsuchende von den griechischen Inseln Lesbos und Chios in die Türkei zurückgeschickt worden. Weitere Rückführungen im Rahmen dieses Flüchtlingspaktes gab es zunächst nicht. Als Grund nannten die Behörden, es müssten nun zahlreiche Asylanträge bearbeitet werden.

Nach dem Flüchtlingspakt der EU mit Türkei sollen alle Migranten, die seit dem 20. März illegal in Griechenland eingereist sind, in die Türkei zurückgeführt werden. Ausgenommen sind nur Asylsuchende, die nachweisen können, dass sie in der Türkei verfolgt werden.

In der Hafenstadt Piräus entspannte sich die Lage leicht: Mehr als 700 Migranten und Flüchtlinge hatten bis zum späten Montagabend das wilde Lager an der Kaimauer verlassen. "Inzwischen sind weitere 300 Menschen gegangen", berichteten Reporter griechischer Medien am Dienstag.

Die Schutzsuchenden sind nach Angaben der Küstenwache in ein neu gebautes Lager im Westen der Hafenstadt gezogen. Dort waren auf Fernsehbildern klimatisierte Wohncontainer zu sehen. Das Lager bei Skaramangas soll weiter ausgebaut werden und mehr als 3000 Menschen aufnehmen. In Piräus halten sich noch mehr als 3000 Migranten und Flüchtlinge auf.

Das Problem mit der Unterbringung ist damit nicht gelöst. Vor allem im wilden Lager von Idomeni harren immer noch mehr als 11 000 Migranten aus. Sie fordern, dass die sogenannte Balkanroute wieder geöffnet und ihnen erlaubt wird, nach Zentraleuropa weiter zu fahren. Schwierig sei die Lage auch in einem alten Athener Flughafen bei Hellenikon, berichteten griechische Medien. Das Lager dort sei schlecht organisiert. Es gebe nicht ausreichend Toiletten und viele Menschen schliefen in Kuppelzelten.

Im griechischen Grenzort Idomeni kursierten unter den Flüchtlingen am Dienstag abermals Gerüchte, wonach die Grenze zu Mazedonien geöffnet werden könnte. Die griechische und die mazedonische Polizei seien in Alarmbereitschaft, berichtete der griechische Fernsehsender Skai am Morgen. Die Sicherheitskräfte seien überzeugt, dass einige freiwillige Helfer und Aktivisten hinter den Gerüchten steckten.

Die Polizei kontrolliere die Ausweise der Helfer, mehr könne sie nicht machen, hieß es. Acht Menschen seien am Dienstag in Gewahrsam genommen worden, berichteten griechische Medien. Die Gerüchte verbreiteten sich von Mund zu Mund. "Die Nicht-Regierungsorganisationen sind in Idomeni wie Pilze aus dem Boden geschossen", kritisierte der Bürgermeistes des Ortes im Sender Skai. Mindestens 16 Organisationen seien direkt vor Ort. Beziehe man die weitere Umgebung von Idomeni ein, seien es mindestens 36 Gruppen.

Am Sonntag hatte ein auf Arabisch verfasstes Flugblatt einen Ansturm von Migranten auf die mazedonische Grenze verursacht. Die mazedonische Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein. Hunderte Menschen litten anschließend unter Atemwegs- und Augenproblemen.

dpa

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