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Deutschland/Welt Lässt sich der Handelskrieg noch verhindern?
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07:15 06.03.2018
Lässt sich US-Präsident Donald Trump noch davon abbringen, Strafzölle auf Exporte zu erheben? Quelle: AP
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Washington

Donald Trump zeigte sich am Montag einmal mehr von seiner kämpferischen Seite. Auf Twitter schrieb der 71-Jährige: „Um unser Land zu schützen, müssen wir den amerikanischen Stahl schützen. Amerika zuerst!“

Doch so unbeirrt sich der US-Präsident auch auf seinen Konfrontationskurs begeben mag, halten seine Parteifreunde und Wirtschaftsberater dagegen: Sie befürchten einen ruinösen Handelskrieg, der das Wirtschaftswachstum weltweit abwürgen könnte. Einen quasi allerletzten Versuch unternimmt jetzt Gary Cohn. Der frühere Investmentbanker und oberste Wirtschaftsberater des Weißen Hauses lädt führende Wirtschaftsvertreter in die Regierungszentrale ein, um Trump umzustimmen.

Wie es am Montagabend in Washington hieß, will Cohn mehrere Konzernchefs empfangen, die auf preisgünstigen Stahl und Aluminium angewiesen sind - so zum Beispiel Autobauer, Getränkeproduzenten und Vertreter der Öl- und Gasindustrie. Diese Branchen hatten in den vergangenen Tagen mehrfach wissen lassen, dass Strafzölle auf importierten Stahl und Aluminium auf ihre Produktion unmittelbare Auswirkungen hätten. Steigende Preise und sogar ein massiver Arbeitsplatzabbau könnten die Folge sein.

Paul Ryan „sehr besorgt“ über die Auswirkungen eines Handelskrieges

Cohn, und ebenso Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, gelten in Trumps Umfeld als sogenannte Globalisten, die sich mit den „Nationalisten“ ein hartes Ringen um den Kurs der US-Regierung liefern.

Nach dem Abschied des umstrittenen Chefstrategen Stephen Bannon hatten sich die „Globalisten“ zunächst im Aufwind gesehen. Nun aber müssen sie mitansehen, wie Trump an seinen Wahlkampfversprechen festhält, sich über ihre Bedenken hinwegsetzt und Strafzölle verhängen will, um amerikanische Stahl- und Aluminiumfirmen zu stärken.

Dem drohenden Handelskrieg mit Brasilien, China, Europa und Kanada sehen nicht nur Cohn und seine engsten Mitarbeiter, sondern auch zahlreiche Republikaner im Kongress mit Sorge entgegen. Zu den strikten Gegnern des neuen Protektionismus zählt vor allem Paul Ryan. Der Sprecher des Repräsentantenhauses sagte am Montag, er sei „sehr besorgt“ über die Auswirkungen eines möglichen Handelskrieges. Ähnlich klingt der konservative Senator Lindsey Graham: „China gewinnt, wenn der amerikanische Verbraucher höhere Preise wegen Zöllen bezahlt, die nicht Chinas Verhalten treffen.“

Trotz aller Vorwarnungen hatte Trump vor wenigen Tagen angekündigt, Zölle von 25 Prozent auf Stahl- und zehn Prozent auf Aluminiumimporte zu erheben.

Von Stefan Koch/RND

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