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Evo Morales hat Bolivien zu einer Wachstumslokomotive in Südamerika gemacht. Nun will er grünes Licht für eine mögliche Präsidentschaft bis 2025.

Evo Morales hat Bolivien zu einer Wachstumslokomotive in Südamerika gemacht. Nun will er grünes Licht für eine mögliche Präsidentschaft bis 2025. © Georg Ismar

Wahlen

Längere Amtszeit für Präsident Morales? Referendum in Bolivien

Er will erst zum 200-Jahr-Jubiläum von Boliviens Unabhängigkeit 2025 aus dem Amt scheiden. Dafür muss Präsident Evo Morales am Sonntag eine große Hürde nehmen - doch zuletzt gab es schlechte Schlagzeilen.

La Paz (dpa) - Boliviens Staatspräsident Evo Morales (56) will mit einer erneuten Verfassungsänderung bis zum Jahr 2025 im Amt bleiben. Rund 6,5 Millionen Bolivianer waren für Sonntag aufgerufen, darüber in einem Referendum abzustimmen.

Der frühere Kokabauer und erste indigene Präsident des Andenstaates ist seit 2006 im Amt und bis 2020 gewählt. Durch eine Änderung des Artikels 168 strebt er eine bisher nicht mögliche Wiederwahl und damit eine vierte Amtszeit bis 2025 an.

Er verweist auf die Erfolge seiner Präsidentschaft. Im Schnitt wuchs die Wirtschaft während seiner Präsidentschaft um 4,9 Prozent, vor allem dank der Einnahmen aus dem verstaatlichten Gasgeschäft. Der Anteil der Armen konnte zudem deutlich reduziert werden. Kritiker werfen Morales und seiner Partei, der Bewegung zum Sozialismus (MAS), aber autoritäre Tendenzen vor. Für Debatten sorgte im Wahlkampf die Veröffentlichung eines Journalisten, dass Morales 2007 Vater einen bisher unbekannten Sohn geworden war, der aber sehr früh starb.

Die Mutter arbeitet heute als Managerin bei der chinesischen Firma CAMC Engineering, die vom bolivianischen Staat sieben öffentliche Aufträge im Wert von rund 560 Millionen US-Dollar erhalten hat. Die Opposition wittert Korruption. Morales wies den Vorwurf zurück. "Das ist ein schmutziger Krieg", meinte der Präsident. "Wir hatten einige Probleme und von dem Moment an haben wir uns voneinander entfernt", sagt er mit Blick auf den Tod des gemeinsamen Babys. Der ledige 56-Jährige hat noch zwei Kinder mit zwei anderen Frauen, er betont, dass er nur mit Bolivien und seinem Volk verheiratet sei.

Überschattet wurde der Wahlkampf zudem von einer Brandattacke von Demonstranten auf das Rathaus der zweitgrößten Stadt des Landes, El Alto, bei der sechs Menschen starben. Der MAS hatte 2015 nach einer Korruptionsaffäre das Bürgermeisteramt in der einstigen Hochburg an Soledad Chapetón von der Oppositionspartei Unidad Nacional (UN) verloren - Chapetón warf Parteigängern von Morales vor, für die Tragödie mitverantwortlich zu sein. Eine Umfrage sah zuletzt die Gegner vorn, Morales kündigte an, jedes Ergebnis zu akzeptieren.

dpa


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