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Hamburgs Innensenator Andy Grote und der Erste Bürgermeister Olaf Scholz gedenken des Opfers der Hamburger Messerattacke.

Hamburgs Innensenator Andy Grote und der Erste Bürgermeister Olaf Scholz gedenken des Opfers der Hamburger Messerattacke.
 © dpa

Hamburger Messerattacke

LKA wollte Ahmad A. anwerben

Neue Informationen rund um die Hamburger Messer-Attacke: Der Verfassungsschutz erhielt im letzten Jahr Hinweise, der Attentäter Ahmad A. wolle womöglich zum IS nach Syrien. Zudem versuchte ein LKA-Beamter, den Palästinenser als Informanten zu gewinnen.

Hamburg.  Die Sicherheitsbehörden hatten mehr Informationen auf eine Radikalisierung des Hamburger Messerattentäters Ahmad A. gesammelt als bisher bekannt. Dies berichtete der Spiegel am Donnerstag. So sollen sich im Laufe des vergangenen Jahres sowohl Mitarbeiter eines Flüchtlingscafés als auch der Leiter seiner Asylunterkunft in Hamburg-Langenhorn zunächst an die Beratungsstelle Legato gewandt haben, die sich um Fälle von „religiös begründeter Radikalisierung“ kümmert.

Die Mitarbeiter der Beratungsstelle sollen sich aber nach Gesprächen mit A. später für überfordert erklärt haben. Die Berater attestierten dem Palästinenser eine psychische Auffälligkeit, man komme nicht an ihn heran. Auf Anfrage wollte sich Legato zu Einzelfällen nicht äußern.

Ahmad A wollte sich möglicherweise dem IS anschließen

Im September 2016 sprach der Hamburger Verfassungsschutz mit einem Hinweisgeber aus dem näheren Umfeld von Ahmad A., der brisante Angaben machte. So habe A. ihn gefragt, wie man am besten nach Syrien gelange. Dass sich der Palästinenser dem „Islamischen Staat“ (IS) anschließen wollte, kann nicht ausgeschlossen werden. Als Reaktion auf das Gespräch mit dem Informanten ließ die Behörde A. bei der Bundespolizei zur Grenzfahndung ausschreiben.

Kurz darauf erreichte die Sicherheitsbehörden ein weiterer besorgniserregender Hinweis einer Mitarbeiterin des Flüchtlingscafés, das A. häufiger besucht hatte. Ahmad A. sei in einem langen Gewand aufgetaucht und soll verkündet haben: „Der Terror wird auch hierherkommen.“

Freunde berichten von einem unsteten Leben

Nach Angaben ehemaliger Freunde war der 26-Jährige sehr sprunghaft. Tagelanger Rückzug mit Beschimpfungen von nicht frommen Muslime wechselten rasch dem Genuss von Alkohol und Cannabis. Die Ermittler stellten nach dem Messerattentat Spuren von Cannabis in A.s Blut fest.

Und noch ein weiterer Vorgang aus dem Jahr 2016 wirft Fragen auf. Nach Informationen des Spiegel versuchte ein Beamter des Hamburger Landeskriminalamts (LKA) damals offenkundig erfolglos, A. als Informanten anzuwerben.

Anwerbungsversuch des Beamten scheiterte

Im Juni suchte ein Polizeibeamter die Flüchtlingsunterkunft auf, in der A. wohnte. Der Polizist sollte die Mitarbeiter des Heims im Rahmen eines Sensibilisierungsprogramms zum Thema Islamismus schulen. Diese berichteten, es gebe einen Asylbewerber, der sich merkwürdig verhalte und offenbar radikalisiert habe: Ahmad A.

Der LKA-Beamte trat mit dem Palästinenser in Kontakt und wollte wissen, ob er Informationen über die islamistische Szene in Hamburg mitteilen könne. Der Versuch, den Flüchtling als Quelle zu gewinnen, soll jedoch gescheitert sein.

Von RND/krö

Hamburg

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