Navigation:
Syrienvermittler Lakhdar Brahimi besucht Damaskus.

Syrienvermittler Lakhdar Brahimi besucht Damaskus.© Youssef Badawi/Archiv

Konflikte

Konfliktparteien in Syrien rüsten auf

Im Syrien-Konflikt rüsten beide Seiten weiter kräftig auf. Die syrische Luftwaffe reagiert auf die zunehmend professionelle Bewaffnung der Rebellen jetzt mit dem Einsatz von Täuschkörpern zur Abwehr radargesteuerter Raketen.

Damaskus/Brüssel. Die Opposition wirft dem Regime zugleich vor, Streubomben einzusetzen. Der Syrienvermittler von UN und Arabischer Liga, Lakhdar Brahimi, traf indes am Freitag in Damaskus ein. Er will sich in der syrischen Hauptstadt für eine viertägige Waffenruhe einsetzen. Weder Regierung noch Opposition haben sich zu seinem Vorschlag bisher klar geäußert.

Ein Mitglied der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter in der Provinz Idlib berichtete von "Fäden, die von Kampfflugzeugen und Hubschraubern über dem Umland von Maarat al-Noaman und Salkien abgeworfen wurden, und die sich dann wie ein Spinnennetz am Himmel ausgebreitet haben". Diese "Fäden" können radargesteuerte Raketen des Gegners von ihrem Ziel ablenken. In den vergangenen Wochen hat die Zahl der Angriffe der Rebellen auf Hubschrauber und Kampfflugzeuge zugenommen.

Die Opposition legte zudem Fotos vor, die beweisen sollen, dass die Luftwaffe in Idlib in den vergangenen Tagen Streumunition eingesetzt hat. Die Aufnahmen sollen im Bezirk Sakarib gemacht worden sein. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, sagte in einem Interview des Nachrichtensenders Al-Dschasira International: "Wir versuchen immer noch, diese Informationen zu überprüfen."

Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle hatte sich besorgt zu Berichten über den Einsatz von Streumunition in Syrien geäußert. Diese wird von vielen Staaten geächtet, weil sie wenig zielgenau ist und weil nicht-explodierte Munition auch lange nach dem Ende eines Konfliktes noch eine Gefahr für Zivilisten darstellt.

Am Freitag töteten die Regimetruppen nach Angaben von Aktivisten 98 Menschen. Am Vortag hatte die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter landesweit 240 Tote gezählt, darunter 61 Angehörige der Regierungstruppen. Das oppositionelle Nachrichtenportal "All4Syria" berichtete, in den ersten zwei Wochen dieses Monats seien 233 Soldaten und Offiziere der Armee getötet worden.

Brahimi will in den kommenden Tagen Gespräche mit der syrischen Regierung und der vom Regime geduldeten Opposition führen. Er hatte eine Waffenruhe während des islamischen Opferfestes vorgeschlagen, das in Syrien am nächsten Freitag beginnt. Bei den Demonstrationen der Regimegegner nach dem Freitagsgebet wurden Plakate mit der Aufschrift "Wir sind für eine Waffenruhe unter bestimmten Bedingungen" hochgehalten.

Die Türkei reagierte am Freitag mit einem neuen Vergeltungsschlag auf Granatfeuer aus dem syrischen Grenzgebiet. Die Staats- und Regierungschefs der EU sicherten der Türkei ihre Unterstützung im Konflikt mit dem Nachbarn Syrien zu. "Der Europäische Rat verurteilt nachdrücklich, dass von syrischen Streitkräften Granaten auf türkisches Gebiet abgeschossen wurden", heißt es in einer Erklärung des EU-Gipfels in Brüssel. Zugleich forderten die Gipfelteilnehmer "alle Seiten" auf, eine Eskalation zu verhindern. Nach Angaben türkischer Medien landeten am Freitag zwei Granaten , die aus Syrien abgefeuert worden waren, auf der türkischen Seite der Grenze. Die türkische Armee nahm daraufhin Ziele in Syrien unter Beschuss. Berichte über Opfer auf türkischer Seite gab es nicht.

Vor mehr als zwei Wochen waren bei einem Granateneinschlag in einem türkischen Grenzdorf fünf Menschen getötet worden. Seit dem Zwischenfall lässt die türkische Regierung ihre Streitkräfte auf Ziele im Nachbarland zurückschießen, die sie mit Radar ausmacht. Zugleich hat Ankara aber erklärt, einen Krieg vermeiden zu wollen.

dpa


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Was ist Ihre Wunschkoalition für Niedersachsen?

Alles über Hannover 96

Spielberichte, Hintergründe, Analysen - lesen Sie hier alles über Hannover 96.

Bilder des Tages

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-140912-99-04060_large_4_3.jpg

Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

zur Galerie