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US-Außenminister John Kerry zusammen mit Kreml-Chef Wladimir Putin in Sotschi.

US-Außenminister John Kerry zusammen mit Kreml-Chef Wladimir Putin in Sotschi. © Alexey Nikolsky

Konflikte

Kerry erstmals seit Ukrainekonflikt bei Putin

Nach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat auch US-Außenminister John Kerry von Russland mehr Einsatz für Frieden in der Ostukraine gefordert. Kremlchef Wladimir Putin müsse stärker auf die Separatisten im Donbass einwirken, um den blutigen Konflikt politisch zu lösen, sagte Kerry im Schwarzmeer-Kurort Sotschi bei seinem ersten Krisengespräch in Russland seit zwei Jahren.

Sotschi. n. Ein Sprecher von Putin lobte die vierstündigen Verhandlungen als konstruktiv und freundschaftlich. Am Sonntag hatte auch Kanzlerin Merkel in Moskau von Russland ein stärkeres Einlenken gefordert.

Putin habe mit Kerry über eine engere Zusammenarbeit bei der Lösung der Ukraine-Krise gesprochen, sagte Präsidentenberater Juri Uschakow. Zwar habe es keinen Durchbruch gegeben. Das Treffen in Putins Sommerresidenz mache aber Hoffnung auf eine Verbesserung der bilateralen Beziehungen, sagte er der Agentur Interfax zufolge. Eine Beteiligung der USA am "Normandie-Format" aus Russland, der Ukraine, Deutschland und Frankreich sei kein Thema gewesen.

Kerry sprach zunächst vier Stunden mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow. "Es ist wichtig, die Kommunikation aufrecht zu erhalten", meinte der US-Minister am Olympia-Ort von 2014. Die Ressortchefs berieten auch über die Bürgerkriege in Syrien und im Jemen sowie den Atomstreit mit dem Iran. Dabei kritisierte Kerry Russlands Lieferung eines Luftabwehrsystems an den Iran. Die Diskussion im Hotel "Rodina" (Heimat) sei "wunderbar" verlaufen, sagte dagegen Lawrow. Zuletzt war Kerry im Mai 2013 in Russland.

Der US-Chefdiplomat stellte die Aufhebung der gegen Russland verhängten Sanktionen in Aussicht. Voraussetzung sei das Einhalten der Waffenruhe in der Ostukraine. Lawrow nannte die Strafmaßnahmen eine "Sackgasse". Nötig sei eine gleichberechtigte Partnerschaft. Der Russe schenkte seinem Kollegen demonstrativ Kartoffeln - als Replik auf ein ähnliches Geschenk von Kerry im Januar. Medien interpretieren dies als Anspielung auf Russlands Embargo für westliche Lebensmittel.

Die Liste der Streitthemen zwischen Russland und den USA ist lang. Moskau ist auch das Heranrücken der Nato ein Dorn im Auge. Putins Sprecher Dmitri Peskow sagte, Russland sei nicht Auslöser der Krise.

In einem weiteren diplomatischen Vorstoß reist an diesem Mittwoch der ukrainische Präsident Petro Poroschenko nach Berlin. Regierungschef Arseni Jazenjuk wird in Paris bei François Hollande erwartet.

Zu Beginn ihres Treffens in Sotschi legten Lawrow und Kerry zu Ehren der Opfer des Zweiten Weltkrieges Kränze nieder. US-Präsident Barack Obama hatte die pompöse Siegesfeier in Moskau zum 70. Jahrestag des Triumphs der UdSSR über den Faschismus am Wochenende boykottiert.

In Kiew gab sich Präsident Poroschenko weiter kampfbereit im Krieg mit prorussischen Separatisten. Er kündigte die Rückeroberung des zerstörten Donezker Flughafens an. "Wir befreien den Airport von Donezk, denn das ist unser Land", sagte der prowestliche Staatschef. Bei Kämpfen starben binnen 24 Stunden mindestens drei Soldaten.

Einem Bericht des ermordeten Oppositionspolitikers Boris Nemzow zufolge sollen mindestens 220 russische Soldaten in der Ostukraine getötet worden sein. Putin hatte aber mehrfach Vorwürfen des Westens widersprochen, im Donbass würden russische Soldaten kämpfen.

dpa


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