Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Kenyatta: Rechte Homosexueller sind in Kenia "kein Thema"
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Kenyatta: Rechte Homosexueller sind in Kenia "kein Thema"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:04 25.07.2015
Ankunft in Nairobi: US-Präsident Barack Obama schließt seine Halbschwester Auma Obama in die Arme. Foto: Daniel Irungu
Anzeige
Nairobi

Das sagte Kenyatta nach einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama in Nairobi. "Wir müssen in der Lage sein, offen über einige dieser Dinge zu sprechen", sagte er. Die USA und Kenia teilten zwar viele gemeinsame Werte. "Es gibt einige Dinge, bei denen wir zugeben müssen, dass wir sie nicht teilen." Die kenianische Kultur und Gesellschaft akzeptiere Homosexualität nicht. In den Köpfen der Kenianer sei das einfach kein Thema - "und das ist ein Fakt", sagte Kenyatta.

Obama nutzte die Gelegenheit für klare Kritik. "Ich glaube an den Grundsatz, Menschen vor dem Gesetz gleich zu behandeln, und dass sie vor dem Gesetz denselben Schutz genießen." Die Weltgeschichte zeige, dass Freiheit zerfasere und "schlechte Dinge" geschehen, sobald Menschen ungleich behandelt würden. "Wenn eine Regierung sich angewöhnt, Menschen unterschiedlich zu behandeln, können diese Angewohnheiten sich verbreiten", sagte Obama. Als Afroamerikaner seien ihm die Probleme von Ungleichbehandlung genau bewusst. Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind in Kenia bis heute illegal und können mit Haftstrafen von bis zu 14 Jahren bestraft werden.

Auch mit Blick auf Korruption habe Kenia noch viel Arbeit zu leisten. "Sichtbare Verurteilungen" seien notwendig, um die "Kultur des braunen Briefumschlags", wie einige Kenianer die Zahlung von Bestechungsgeldern bezeichnen, auszumerzen. "Dies könnte das größte Hindernis für Kenia sein, noch schneller zu wachsen", sagte Obama. Unternehmen aus dem Ausland seien besorgt, wenn fünf oder zehn Prozent ihrer Investitionen in dunkle Kanäle abwanderten. In einem Vergleich aus 175 Ländern landete Kenia im Korruptionsindex von Transparency International vergangenes Jahr nur auf Platz 145.

Nach ihrem Treffen kündigten beide Präsidenten an, Visa für Studenten beider Länder auf bis zu fünf Jahre zu verlängern. Die USA empfangen aus Kenia so viele Studenten wie aus kaum einem anderen Land. Auch Direktflüge zwischen beiden Ländern sollen bald möglich sein. Zudem setzen beide Regierungen ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen die islamistische Al-Shabaab-Miliz fort.

Obama stellte zugleich klar, warum er Kenia nicht eher besucht hatte: Mit Blick auf die Ermittlungen des Internationalen Strafgerichtshofs gegen Kenyatta habe er "große Bedenken" gehabt. "Daraus haben wir nie ein Geheimnis gemacht." Vergangenen Dezember platzte der in Den Haag geplante Prozess im Zusammenhang mit der Gewaltwelle nach den kenianischen Wahlen von 2007, in der unzählige Menschen verschleppt und rund 1000 Menschen getötet werden.

Nach Meinung einiger Beobachter wurden damals Zeugen bestochen, bedroht oder gewaltsam mundtot gemacht. Die Anklage gegen Vizepräsident William Ruto läuft noch. "Normen müssen eingehalten werden", sagte Obama.

Nach dem Treffen mit Kenyatta stand ein Staatsdinner im State House auf dem Programm, an dem auch Verwandte Obamas teilnehmen sollten. Sonntag reist Obama nach einer Rede in die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba weiter. Seine viertägige Afrikareise endet am Dienstag.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Pforzheim/Bingen (dpa) - Acht Monate vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz hat sich die Alternative für Deutschland (AfD) in beiden Ländern personell neu aufgestellt.

25.07.2015

Die militanten Kassam-Brigaden wollen diesen Sommer im Gazastreifen 25 000 Palästinenser für den Kampf gegen Israel ausbilden. Dafür hätten die Trainingslager jetzt geöffnet, schrieb die Organisation auf ihrer Webseite.

25.07.2015

Nach gewalttätigen Ausschreitungen bei einer NPD-Demonstration gegen Asylbewerber in Dresden ist rund um die aufgebaute Zeltstadt Ruhe eingekehrt. In der Nacht zum Sonntag sollen dort weitere Flüchtlinge ankommen.

25.07.2015
Anzeige