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Asyl

Keine Pässe oder Krankheit: Die meisten Abschiebungen scheitern

Abschiebungen von abgelehnten Asylbewerbern gestalten sich schwieriger als bislang bekannt.

Berlin. Von insgesamt 185.364 Ausreisepflichtigen, die sich Ende Juli in Deutschland aufhielten, haben  134230 Gründe vorgebracht, die ihre Abschiebung vorläufig unmöglich machten. Sie haben deshalb eine Duldung bekommen. Das geht aus vertraulichen Zahlen des Ausländerzentralregisters hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegen.

Rund drei Viertel der Ausreisepflichtigen behaupteten, keine Pässe zu besitzen. Andere gaben Krankheitsgründe an. Besonders schwierig gestaltet sich die Lage mit Ausreisepflichtigen aus West-Balkanstaaten wie Mazedonien, Kosovo oder Albanien. Nach vertraulichen Angaben der deutschen Botschaft in Albaniens Hauptstadt Tirana steht zurzeit nur ein Flug pro Tag mit einer Kapazität von 70 Plätzen in Richtung Albanien zur Verfügung. 

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) forderte gegenüber dem RND, dem mehr als 30 Zeitungen angehören,  schnellere Abschiebungen. Man müsse „alles Bisherige über Bord zu werfen“ und angeblich verlorene Pässe „binnen 24 Stunden“ ersetzen.  Geplant ist unter anderem die Wiedereinführung der Visa-Pflicht für die Balkan-Staaten. Auch eine Rückkehrprämie von bis zu 5000 Euro pro Person ist im Gespräch.

Jörg Köpke


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