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Flüchtlinge in Idomeni: Ein Ende des Zustroms von Migranten von der Türkei nach Griechenland ist vorerst nicht abzusehen.

Flüchtlinge in Idomeni: Ein Ende des Zustroms von Migranten von der Türkei nach Griechenland ist vorerst nicht abzusehen. © Valdrin Xhemaj

Migration

Kein Ende des Flüchtlingsandrangs aus der Türkei in Sicht

Die Balkanroute ist dicht. Nato-Schiffe patroullieren in der Ägäis. Trotzdem strömen weiter Tausende Flüchtlinge nach Griechenland - in der verzweifelten Hoffnung, doch noch nach Westeuropa zu gelangen.

Athen/Piräus. Trotz Abriegelung der Balkanroute und des Nato-Einsatzes in der Ägäis kommen weiter Tausende Flüchtlinge aus der Türkei nach Griechenland.

Wie das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) am Donnerstag mitteilte, trafen allein am Mittwoch 3340 Migranten auf den griechischen Inseln in der Ostägäis ein. Der Nato-Einsatz zur Kontrolle der Schleuseraktivitäten in der Ägäis läuft in vollem Umfang seit Montag.

Dabei wird die Lage der Flüchtlinge in Griechenland immer verzweifelter. Seitdem Slowenien, Kroatien, Serbien und Mazedonien nur noch Menschen mit gültigen Pässen und Visa passieren lassen, ist die Balkanroute in Richtung Westeuropa faktisch dicht. Allein an der griechischen Grenze zu Mazedonien harren mindestens 13 000 Menschen aus. Insgesamt sitzen inzwischen rund 42 000 Menschen in Griechenland fest, mehrere tausend weitere in den Ländern entlang der Balkanroute.

Besonders dramatisch ist die Lage in Idomeni. Der anhaltende Regen hat das Aufnahmelager an der Grenze zu Mazedonien in eine Schlammwüste verwandelt. Hunderte Menschen, unter ihnen auch viele Kinder, litten unter schweren Erkältungen, Atemwegebeschwerden und Durchfall, sagten Ärzte des kleinen Krankenhauses der Ortschaft Polykastro nahe Idomeni.

Bereits mehr als 250 Migranten hätten das Lager freiwillig verlassen, berichteten griechische Medien. Vor allem Familien seien mit Bussen in organisierte Lager im Großraum Athen gebracht worden. Vertreter der griechischen Behörden, aber auch Hilfsorganisationen ermutigen die Menschen abzureisen. Es sei sinnlos, im Schlamm zu warten, weil die Grenze zu Mazedonien vorerst nicht aufgemacht werde, hieß es.

Die Türkei nahm zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage eine größere Gruppe Migranten zurück. Die griechischen Behörden hätten mit einem Polizeibus 90 Menschen abgeschoben, die aus Pakistan, Marokko, Algerien und Tunesien gekommen seien, berichtete das Staatsfernsehen (ERT). Bereits am 1. und 2. März hatte Griechenland 267 Menschen in die Türkei zurückgeschickt, die sich geweigert hatten, im Land Asyl zu beantragen.

Trotzdem hält der Zustrom aus der Türkei an. Die auf den Inseln eintreffenden Flüchtlinge werden mit Fähren in die Hafenstadt Piräus auf dem Festland gebracht. Dort erklärten Flüchtlinge auf Anfrage von Reportern am Donnerstag, sie wollen weiter nach Nordgriechenland, um nach Deutschland oder Schweden weiterzureisen. Einige der Migranten wussten nicht, dass die Westbalkanroute bereits geschlossen ist. "Das hat man uns auf der Insel (Chios) nicht gesagt", sagte eine Frau aus Syrien im griechischen Fernsehen (ERT).

Andere sagten, sie wüssten "sehr wohl" von der Schließung der Grenze. Ihnen bliebe nichts anderes übrig, als die Reise gen Norden "auf gut Glück" fortzusetzen, sagte ein junger Mann aus Afghanistan dem griechischen Fernsehsender Skai.

dpa


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