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Der alte und neue Fraktionschef der Unionsfraktion im Bundestag: Volker Kauder hält nichts von einem Richtungsstreit.

Der alte und neue Fraktionschef der Unionsfraktion im Bundestag: Volker Kauder hält nichts von einem Richtungsstreit.
© dpa

CDU-Fraktionschef

Kauder spricht sich gegen Rechtsruck der Union aus

Der Fraktionschef der CDU hält nichts von einem Rechtsruck innerhalb der Union. Statt der AfD durch konservative Positionen rechte Wähler abspenstig zu machen, sollten CDU und CSU die Probleme der Bürger lösen, rät Volker Kauder. Ein Richtungsstreit sei fehl am Platze.

Berlin. Unionsfraktionschef Volker Kauder hat Forderungen nach einem Rechtsruck der CDU/CSU eine Absage erteilt. „Wahlen werden auch in Zukunft mit einem vernünftigen Kurs der Mitte gewonnen“, sagte der CDU-Politiker der „Passauer Neuen Presse“. Die Union müsse die Sorgen der Bürger aufnehmen und versuchen, ihre Probleme zu lösen. „Es geht nicht um mehr links oder rechts. Solche theoretischen Debatten helfen gar nichts und interessieren auch nicht die Bürger.“

Die Union war bei der Bundestagswahl stärkste Kraft geworden, hatte aber nur 32,9 Prozent erreicht. CSU-Chef Horst Seehofer hatte daraufhin gefordert, die Union müsse ihre „rechte Flanke“ schließen. Auch mehrere ostdeutsche CDU-Ministerpräsidenten verlangen ein konservativeres Profil, um der AfD Paroli bieten zu können.

Die Spitzen von CDU und CSU wollen am Sonntag über eine gemeinsame Linie für die anstehenden Sondierungen mit FDP und Grünen beraten. Kauder mahnte, die Bundestagswahl habe die Bürger schon ein wenig verunsichert. „Wir sollten uns deshalb alle zusammenreißen und in vernünftiger Zeit eine Koalition bilden“, sagte er. Im Streit über eine Obergrenze für Flüchtlinge erwarte er eine Einigung. „Der Konflikt ist bekannt. CDU und CSU haben hier unterschiedliche Positionen. Jetzt muss der Streit endgültig gelöst werden.“

Kauder zeigte sich überzeugt, dass die Schwesterparteien zu einer gemeinsamen Position kommen, auch angesichts der 2016 gesunkenen Zahl von Asylbewerbern. Von Januar bis August seien rund 123 000 neue Asylsuchende registriert worden. „Es ist also eingetreten, was auch die Bundeskanzlerin immer versprochen hat: Die Zahl der Flüchtlinge hat sich verringert.“

Von dpa/RND


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