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Mit Smartphones bewaffnet marschieren katalanische Separatisten durch Barcelona. Das Ringen um eine Abspaltung von Spanien geht weiter.

Mit Smartphones bewaffnet marschieren katalanische Separatisten durch Barcelona. Das Ringen um eine Abspaltung von Spanien geht weiter. © Alberto Estevez/Archiv

Autonomie

Katalonien beschließt Unabhängigkeit von Spanien

Katalonien will ein unabhängiger Staat werden. So sieht es eine Entschließung vor, die das Parlament von Spaniens wirtschaftsstärkster Region verabschiedete. Madrid will eine Abspaltung jedoch unter keinen Umständen zulassen.

Barcelona/Madrid. Katalonien stellt den spanischen Staat vor die größte Herausforderung in der jüngeren Geschichte: Die wirtschaftsstarke Region tat den ersten Schritt zu ihrer Abspaltung von Spanien.

Das Regionalparlament in Barcelona verabschiedete eine Resolution, die den offiziellen Beginn der Schaffung eines unabhängigen Staates markieren soll.

Die spanische Zentralregierung in Madrid leitete daraufhin sofort eine Anfechtung des Vorhabens vor dem Verfassungsgericht in die Wege. "Katalonien wird sich nicht abspalten", sagte Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy in Béjar im Westen des Landes. "Meine Regierung wird nicht zulassen, dass der Prozess (einer Abspaltung) fortgesetzt wird." Am Mittwoch werde die Madrider Regierung in einer Sondersitzung eine Verfassungsklage gegen die Entschließung des katalanischen Regionalparlaments beschließen, kündigte Rajoy an.

Wenn das Verfassungsgericht - wie in Spanien allgemein angenommen wird - die Klage zulässt, wird der Parlamentsbeschluss automatisch bis auf weiteres außer Kraft gesetzt.

Die Resolution wurde mit den 72 Stimmen der separatistischen Allianz Junts pel Sí (Gemeinsam fürs Ja) des katalanischen Ministerpräsidenten Artur Mas und der Linkspartei CUP verabschiedet. Die 63 Abgeordneten der anderen Parteien im Regionalparlament votierten dagegen. In der Resolution wird die katalanische Regierung aufgerufen, die Gesetze zum Aufbau eines unabhängigen Staates in Angriff zu nehmen.

Das Besondere an der Entschließung besteht darin, dass die Separatisten sich notfalls über Entscheidungen des Verfassungsgerichts hinwegsetzen wollen. Der Prozess der Abspaltung solle auch dann fortgesetzt werden, wenn die Verfassungsrichter das Vorhaben für illegal erklärten, heißt es in der Resolution. Dieser Passus war nach Ansicht politischer Beobachter ein Zugeständnis, das die linksliberale Allianz Junts pel Sí der weit links stehenden Partei CUP machte.

"Nun ist es an der Zeit, aufs Ganze zu gehen", sagte der separatistische Abgeordnete Raül Romeva (Junts pel Sí). Das Verlangen nach Unabhängigkeit werde auch durch die "legalistische Artillerie" des spanischen Staates nicht aufgehalten werden. Die Oppositionsführerin Inés Arrimadas von der liberalen Partei Ciudadanos (Bürger) bezeichnete das Vorhaben dagegen als "Wahnsinn" und hielt den Separatisten vor, sich über die Gesetze hinwegzusetzen.

Die separatistischen Parteien hatten bei der Regionalwahl am 27. September die Mehrheit der Sitze gewonnen. Sie konnten sich bislang allerdings nicht auf die Bildung einer Regierung verständigen. Die linke, antikapitalistische CUP weigert sich, Regierungschef Mas im Amt zu bestätigen. Dessen Partei war zuletzt von einer Welle von Korruptionsskandalen erschüttert worden.

dpa


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