Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Kassen wollen Patienten bei Hilfsmitteln besser beraten
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Kassen wollen Patienten bei Hilfsmitteln besser beraten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:38 10.08.2016
Patienten sollen bei der Versorgung mit Hilfsmitteln besser über die Angebote der Hersteller informiert werden. Quelle: Frank Rumpenhorst/Illustration
Anzeige
Berlin

Patienten sollen bei der Versorgung mit Hilfsmitteln wie Windeln oder Rollstühlen besser über die jeweiligen Angebote der Hersteller informiert werden.

Das Vorstandsmitglied der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK), Gertrud Demmler, sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Krankenkassen müssten Patienten frühzeitig beraten, damit diese die für ihre Bedürfnisse richtige Entscheidung treffen könnten. Zudem müssen nach Ansicht der SBK alle Kassen verbindliche Qualitätsstandards bei Hilfsmitteln einhalten.

Nach Klagen über die vielfach schlechte Qualität der von den Kassen bezahlten Hilfsmittel will Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) den Katalog der Hilfsmittel auf den aktuellen technischen Stand bringen und diesen regelmäßig anpassen lassen. Häufig zwang die schlechte Qualität Patienten zu Zuzahlungen, um bessere Hilfsmittel zu bekommen. Gröhe müsse in seinem Referentenentwurf für ein neues Heil- und Hilfsmittelgesetz das Beratungsrecht der Patienten stärken, forderte Demmler nun.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte Gröhe auf, die Qualitätskontrolle der Hilfsmittel einem unabhängigen Institut zu übertragen. Anhand dieses Hilfsmittel-TÜV könnten Patienten, Ärzte und Krankenkassen eine gute Auswahl treffen, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch.

Im übrigen sollten künftig nicht nur - wie geplant - Arzt und Medizinischer Dienst der Krankenversicherung (MDK) die Wahl der Hilfsmittel verantworten. "Qualifizierte Pflegekräfte müssen endlich ein Recht bekommen, selbstständig Hilfsmittel zu verordnen." Für die Entscheidung über Pflegematratzen oder Inkontinenz-Einlagen seien vor allem Pflegepraxis und Wissen um die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen notwendig, argumentierte Brysch.

Für vom Arzt verschriebene Heilmittel wie Krankengymnastik, Massagen, Sprechtherapien oder Fußpflege bei Zuckerkranken geben die gesetzlichen Krankenkassen 6,1 Milliarden Euro im Jahr aus. Für Hilfsmittel wie Windeln, Rollatoren oder Rollstühle sind es 7,63 Milliarden Euro. Beide Posten zusammen machen immerhin 6,8 Prozent der Jahresausgaben der Krankenkassen aus.

Bei der Heilmittelversorgung von Patienten beharren die Kassen-Ärzte darauf, sowohl Diagnose als auch Therapiefeststellung in den Händen zu behalten. "Innerhalb der verschiedenen Therapiemöglichkeiten können dann durchaus die Physiotherapeuten wählen", sagte die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Regina Feldmann.

Gröhes Referentenentwurf zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung sieht die modellhafte Einführung einer Blankoverordnung von Heilmitteln vor. Physiotherapeuten, Sprechtherapeuten und andere Heilmittelerbringer würden dabei - auf Basis einer vertragsärztlichen Diagnose und der erforderlichen Behandlungsmethoden - das Heilmittel selbst auswählen und auch über Therapiedauer (Menge) und Behandlungshäufigkeit bestimmen.

dpa

Bildet die Türkei mit Russland einen neuen Ostblock? Fragen wie diese beunruhigen die Nato. Das Militärbündnis sieht sich sogar zu Klarstellungen genötigt.

10.08.2016

Der Westen schaut nur aus der Ferne zu, als der türkische Präsident Erdogan und Kreml-Chef Putin in Petersburg den Schulterschluss üben. Schwamm drüber, alles wird wieder gut, lautet ihre Botschaft. Der Westen gibt sich gelassen.

10.08.2016

Die Vereinten Nationen haben erneut eine 48-stündige Feuerpause in der belagerten syrischen Stadt Aleppo für humanitäre Hilfsleistungen gefordert.

Mitarbeiter von Hilfsorganisationen hätten aufgrund der schlechten Sicherheitsbedingungen bislang keinen Zugang zu der Stadt, sagte UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien am Dienstag bei einem Treffen des UN-Sicherheitsrats in New York.

10.08.2016
Anzeige