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Karadzic sieht sich als Kämpfer gegen Terrorismus

Karadzic zieht eine Linie von sich zu den Terroranschlägen von Paris und Brüssel. Während die serbischen Medien das Tribunal kritisieren, hält sich die Regierung in Belgrad zurück.

Belgrad. Der vom UN-Kriegsverbrechertribunal zu 40 Jahren Haft verurteilte frühere bosnische Serbenführer Radovan Karadzic sieht sich als Vorkämpfer gegen den islamistischen Terrorismus.

"Weder die EU noch die internationale Gemeinschaft haben nach (den Anschlägen in) Paris und Brüssel begriffen, mit wem es die bosnischen Serben in den 90er Jahren zu tun hatten", zitierte die Regierungszeitung "Novosti" am Freitag den 70-Jährigen. Karadzic hatte die muslimischen Bosniaken immer wieder als Terroristen und Gefahr für das christliche Europa bezeichnet.

Die Medien in Serbien kritisierten das Urteil scharf. "Den Haag vergewaltigt Serbien", titelte die Boulevardzeitung "Informer". Das Urteil sei ungerecht, schrieb die Zeitung "Kurir" auf ihrer Titelseite. Recht und Gerechtigkeit seien dem Spott preisgegeben worden, meinte "Novosti".

Nach einer Sondersitzung hielt sich die serbische Regierung mit Kritik an dem Urteil zurück. Es bleibe "ein bitterer Beigeschmack", sagte Justizminister Nikola Selakovic am Samstag in Belgrad: "Wir werden niemandem erlauben, das Urteil als Grund zu nutzen, um auf unsere Landsleute mit dem Finger zu zeigen."

dpa


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