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Deutschland/Welt Käßmann will freiwilliges soziales Jahr ausbauen
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Käßmann will freiwilliges soziales Jahr ausbauen
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17:18 09.12.2009
Landesbischöfin Margot Käßmann fordert einen Ausbau des freiwilligen soziales Jahres.

Hannover. „Mein Plädoyer ist es, anstelle eines Pflichtdienstes das freiwillige soziale Jahr zu etablieren“, sagte die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Mittwoch in Hannover. „Die Zukunft liegt in der Freiwilligkeit.“

Die von 2011 an von der neuen Bundesregierung geplante Verkürzung des Wehr- und Zivildienstes auf sechs Monate stelle die diakonischen Einrichtungen der Kirche vor eine Herausforderung. Dennoch wolle die Diakonie auch in Zukunft Plätze für Zivildienstleistende anbieten, sagte die Bischöfin. Ein Dienst von nur sechs Monaten sei wegen der nötigen Einarbeitungszeit und dem ständigen Wechsel der Bezugspersonen für Menschen in Pflegeeinrichtungen aber problematisch.

Unterdessen regte der Bundesbeauftragte für den Zivildienst, Jens Kreuter, eine Verlängerung des Zivildienstes um einen halbjährigen freiwilligen sozialen Einsatz an. „Ein Zivildienst von sechs Monaten führt zu einer biografischen Lücke“, erklärte er. Für viele junge Männer drohe ein mehrmonatiger Leerlauf, da die meisten Studiengänge inzwischen nur noch im Herbst starteten. „Ich setze mich dafür ein, dass es eine pragmatische Lösung für einen freiwilligen Einsatz im Anschluss an den Zivildienst gibt.“ Der Zivildienst selber solle attraktiv und in hoher Qualität beibehalten bleiben. „Auf keinen Fall darf am Wehrdienst festgehalten werden, weil der Zivildienst so eine tolle Sache ist“, sagte Kreuter.

In Deutschland gibt es jährlich rund 90 000 Zivildienstleistende, die Tendenz ist laut Kreuter leicht steigend. Die monatliche Vergütung der vor allem in Sozialeinrichtungen eingesetzten jungen Männer liegt zwischen 300 und 500 Euro.

lni

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