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Deutschland/Welt Käßmann weist Kritik an Afghanistan-Äußerungen zurück
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Käßmann weist Kritik an Afghanistan-Äußerungen zurück
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23:03 03.01.2010
Margot Käßmann Quelle: Christian Burkert (Archiv)

Dennoch zweifele sie an einer militärischen Lösung am Hindukusch. Über die Parteigrenzen hinweg hielten Politiker der Bischöfin entgegen, deutsche Soldaten kämpften im Auftrag der Vereinten Nationen gegen die Taliban.

Käßmann hatte im Neujahrsgottesdienst in Dresden gesagt: „Nichts ist gut in Afghanistan.“ Vor Weihnachten war sie noch deutlicher geworden: „Auch nach den weitesten Maßstäben der Evangelischen Kirche in Deutschland ist dieser Krieg so nicht zu rechtfertigen“, sagte sie. „Möglichst bald sollten die deutschen Soldaten aus Afghanistan abgezogen werden.“ Am Sonntag betonte sie erneut: „Wir in der evangelischen Kirche haben die Sorge, dass es immer mehr Militarisierung durch die Truppenverstärkung gibt anstatt einer klaren Abzugsstrategie.“ Käßmann sagte der dpa: „Ich denke, viele haben meine Predigt gar nicht gelesen.“

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) erinnerte daran, dass die deutschen Soldaten im Auftrag der Vereinten Nationen (UN) gegen die Taliban kämpften. Diese internationale Zusammenarbeit aufzukündigen, „wäre mit meinem Verständnis von globaler Verantwortung nicht vereinbar“, sagte er der „Welt am Sonntag“.

Der Vorsitzende des Außen-Ausschusses des Bundestags, Ruprecht Polenz (CDU), erklärte in der Zeitung: „Frau Käßmann macht es sich zu einfach, wenn sie die Botschaft vermittelt, man könne sich kurzfristig aus Afghanistan zurückziehen, ohne sich schuldig zu machen.“ Schuldig würde man dann an den Afghanen und den anderen Staaten, die sich dort für die internationale Sicherheit engagierten. Schlichter Pazifismus reiche nicht.

Der SPD-Außenpolitiker Hans-Ulrich Klose sagte, Käßmann vertrete „die Position der Linkspartei“ und habe unrecht: „Wenn die internationale Gemeinschaft in Afghanistan scheitert, würde das mit Sicherheit zu einer neuen Welle terroristischer Anschläge führen.“ Der Vorstand der Grünen-nahen Heinrich Böll Stiftung, Ralf Fücks, meinte: „Auch Nicht-Handeln kann schuldig machen. Protestantische Verantwortungsethik ernst zu nehmen hieße deshalb, Kriterien für einen legitimen Bundeswehreinsatz aus der Sicht der Kirche zu diskutieren.“

Bundeswehrverband: "Mit den Soldaten reden"

Oberst Ulrich Kirsch, Vorsitzender des Bundeswehrverbandes, sagte dieser Zeitung, Käßmanns Nein zum Afghanistan-Einsatz schaffe nur neue Frustrationen für deutsche Soldaten. „Es wäre besser gewesen, wenn Käßmann vor ihrer Predigt das Gespräch mit den Soldaten über ihre schwierige Aufgabe gesucht hätte“, sagte Kirsch. Käßmanns Vorgänger an der Spitze der EKD, Bischof Wolfgang Huber, habe sich immer klar zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr bekannt, hob der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes hervor. Käßmann bat unterdessen um eine präzisere Bewertung ihrer Aussagen: „Wer meine Neujahrspredigt liest, sieht glasklar, dass dort kein sofortiger Abzug deutscher Streitkräfte aus Afghanistan gefordert wurde“, erklärte sie am Sonntag in Hannover.

lni/vdb

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Parteiübergreifend wurde Kritik an Margot Käßmanns striktem Nein zum Afghanistan-Einsatz laut. „Frau Käßmann macht es sich zu einfach, wenn sie die Botschaft vermittelt, man könne sich kurzfristig aus Afghanistan zurückziehen, ohne sich schuldig zu machen", sagte der Vorsitzende des Außen-Ausschusses des Bundestags, Ruprecht Polenz (CDU).

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