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Die Lage in Afghanistan bleibt brandgefährlich.

Die Lage in Afghanistan bleibt brandgefährlich. © Jawad Jalali

Konflikte

Kabul: US-General getötet und Bundeswehr-General verletzt

Bei einem Anschlag auf eine Delegation der internationalen Schutztruppe Isaf in Kabul sind ein US-General getötet und ein deutscher General verletzt worden. Pentagonsprecher John Kirby sagte dem Sender CNN am Dienstag, der General sei einer der führenden Köpfe des Ausbildungsprogramms in Afghanistan gewesen.

Kabul. n. Nach Angaben von US-Medien handelt es sich um Generalmajor Harold Greene. Wie der TV-Sender ABC berichtete, war er seit Januar in Afghanistan stationiertet. Insgesamt zählte die Isaf 15 Verletzte in ihren Reihen.

Ein Mann in afghanischer Uniform hatte am Dienstag während eines Routinebesuchs der Delegation in einer Kabuler Militärakademie das Feuer eröffnet. Der Vorfall ereignete sich während eines Treffens der Isaf-Offiziere mit afghanischen Führungspersönlichkeiten. "Wir vermuten, dass der Angreifer ein afghanischer Soldat war", sagte Kirby. Die genauen Umstände müssten aber noch untersucht werden. Verteidigungsminister Chuck Hagel habe den Angehörigen sein Beileid ausgesprochen.

Der deutsche Ein-Sterne-General ist nach Angaben des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr außer Lebensgefahr. Die Bundeswehr hat insgesamt nur fünf Generäle in Afghanistan. Das Auswärtige Amt verurteilte den "verabscheuungswürdigen Anschlag" auf das Schärfste und wünschte den Verletzten baldige Genesung. Die Isaf-Soldaten engagierten sich für das Land "mit hohem Einsatz und unter großen persönlichen Risiken".

Der afghanische Präsident Hamid Karsai verurteilte den Angriff als einen feigen Akt der Feinde Afghanistans, die den Aufbau starker Institutionen verhindern wollten. Die Taliban äußerten sich zu dem Anschlag zunächst nicht. Das afghanische Verteidigungsministerium erklärte, dass ein "Terrorist in der Uniform der Nationalarmee" das Feuer auf afghanische und ausländische Truppen eröffnet habe.

Die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan bezeichneten den Attentäter als Helden. "An diesem Nachmittag hat ein afghanischer Held seine Waffe gegen die ausländischen Invasoren gerichtet", heißt es am Dienstag in einem Statement der Extremisten.

Solche Angriffe hat es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben. Der US-Internetdienst "Long War Journal" zählt 88 seit Anfang 2008. Die Hälfte der Attentate ereignete sich demnach 2012. Auch Bundeswehrsoldaten wurden bereits von vermeintlichen Verbündeten getötet.

"Afghanistan ist immer noch ein Kriegsgebiet", sagte Kirby. Es sei unmöglich, die Bedrohung durch sogenannte Insider-Angriffe ganz auszuschalten. Ob die Attacke Folgen für die Sicherheitsprüfung afghanischer Soldaten haben wird, sei noch offen. Insgesamt hätten die afghanischen Sicherheitskräfte aber ein "gutes Jahr gehabt", die Auswirkungen zahlreicher Angriffe begrenzt und zwei Wahlen beschützt. Das Vertrauen in die Afghanen werde durch den Vorfall nicht geringer.

Den Namen des verletzten Brigadegenerals veröffentlichte die Bundeswehr zunächst nicht. Er ist der zweite deutsche General, der während des fast 13-jährigen Einsatzes der Bundeswehr in Afghanistan zum Opfer eines Anschlags wurde.

Vor drei Jahren wurde der damalige Zwei-Sterne-General Markus Kneip bei einem Sprengstoffanschlag auf den Gouverneurssitz im nordafghanischen Talokan verletzt. Heute zählt er zu den wichtigsten militärischen Beratern von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU).

Der letzte Anschlag auf die Bundeswehr in Afghanistan ereignete sich im Dezember vergangenen Jahres am Flughafen von Kabul. Damals sprengte sich ein Selbstmordattentäter mit seinem Auto in der Nähe eines Bundeswehr-Konvois in die Luft. Zwei Soldaten wurden dabei leicht verletzt.

In der Provinz Paktia kam es am Dienstag zu einer Schießerei zwischen einem afghanischen Polizei-Leibwächter des Gouverneurs und einem Isaf-Soldaten, bei dem beide verletzt wurden. In der westlichen Provinz Herat wurde nach Polizeiangaben eine vierköpfige Familie bei einem Luftangriff der Nato-Truppen getötet.

Der Kampfeinsatz der Nato in Afghanistan läuft zum Jahresende aus. Anschließend sollen bis zu 800 der derzeit noch rund 2100 Bundeswehrsoldaten zur Ausbildung und Beratung der afghanischen Streitkräfte im Land bleiben.

dpa


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