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Ein Polizist führt am Bahnhof in Rosenheim ein kleines Mädchen über den Bahnsteig. In einem Zug aus Verona hat die Polizei etwa 150 Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern aufgegriffen.

Ein Polizist führt am Bahnhof in Rosenheim ein kleines Mädchen über den Bahnsteig. In einem Zug aus Verona hat die Polizei etwa 150 Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern aufgegriffen. © Andreas Gebert

Flüchtlinge

KMK-Vizepräsident: Gute Bildung für Flüchtlingskinder als Chance

Der Vizepräsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Andreas Stoch, sieht die Integration Zehntausender Flüchtlingskinder ins deutsche Bildungssystem als enorme Herausforderung - und als große Chance.

Berlin. "In allen Bundesländern ist in den letzten Monaten die Zahl der Kinder und Jugendlichen, für die wir Angebote brauchen, deutlich angestiegen. Sie hat sich teilweise verdoppelt, teilweise verdreifacht - unterschiedlich von Land zu Land", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Er betonte zugleich: "Wir sollten nicht so pessimistisch sein, was alles nicht funktionieren könnte. Weil unglaublich viel von diesen jungen Menschen investiert wird und unsere Lehrkräfte ein unglaubliches Engagement aufbringen."

Stoch sagte: "Ich will das Problem nicht kleinreden - aber im Praktischen löst sich vieles ganz schnell auf." Deutschland solle "diese jungen Menschen (...) als Chance für unser Land betrachten". Jenseits der anfangs fehlenden Sprachkompetenz hätten junge Flüchtlinge "ganz große Potenziale".

Nach Einschätzung des Bildungsministers von Baden-Württemberg sind unter den dieses Jahr erwarteten Asyl-Erstantragstellern gut 30 Prozent Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter - "insgesamt etwa 140 000 bis 150 000 bundesweit, die wir in unserem Schulsystem integrieren müssen". Allein Baden-Württemberg bilde im nächsten Schuljahr gut 1400 bis 1500 Vorbereitungsklassen mit einer entsprechenden Zahl von Lehrern, man erwarte Zusatzkosten von gut 35 bis 40 Millionen Euro, sagte Stoch.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), wünscht sich von den Bundesländern noch mehr Anstrengungen für eine gute Betreuung junger Flüchtlinge in der Schule. Wichtig sei zusätzliche Sprachförderung neben dem regulären Unterricht, sagte Özoguz der dpa. "Das machen schon viele, aber nicht alle." Die Länder sollten außerdem mehr tun für Flüchtlinge ab 16 oder 17 Jahren, die nicht mehr schulpflichtig sind. "Da klafft die größte Lücke bei den Minderjährigen."

Außerdem fehle es an Berufsschulangeboten für junge erwachsene Flüchtlinge, sagte die stellvertretende SPD-Chefin. Nachholbedarf gebe es auch bei der Ausbildung von Lehrern für das Fach "Deutsch als Zweitsprache" und beim Einsatz von Sozialarbeitern an Schulen. Özoguz sprach sich grundsätzlich dafür aus, mehr Menschen aus Zuwandererfamilien für den Lehrerberuf zu gewinnen. Davon könnten auch junge Flüchtlinge in der Schule profitieren.

Nach Angaben von KMK-Vize Stoch bauen die 16 Bundesländer bereits "zusätzliche Personalressourcen auf im Bereich der Lehrkräfte, die Deutsch als Zweitsprache oder als Fremdsprache unterrichten können", sagte er. "Und wir müssen jetzt Lehrkräfte, die nicht dieses spezielle Profil haben, durch Fort- und Weiterbildung qualifizieren."

dpa


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