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Deutschland/Welt Jugendämter leiden unter akuten Missständen
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Jugendämter leiden unter akuten Missständen
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17:09 14.05.2018
Sind Kinder akut gefährdet, entscheiden Jugendämter oft, sie für eine Weile beispielsweise zu Pflegeeltern zu geben. Für Präventivmaßnahmen fehlt oft das nötige Personal. Quelle: dpa-tmn
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Berlin

Viele Jugendämter in Deutschland können ihren Aufgaben beim Kinderschutz laut einer Studie nur unzureichend nachkommen, es fehlt ihnen demnach hauptsächlich an ausgebildetem Personal.

Auf die rund 13.300 Mitarbeiter im Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) kämen mehr als eine Million Fälle – viel zu viel, sagte die Sozial- und Politikwissenschaftlerin Kathinka Beckmann von der Hochschule Koblenz bei der Vorstellung der repräsentativen Studie. Für die von der Deutschen Kinderhilfe geförderte Publikation wurden rund 650 Fachkräfte aus 175 Jugendämtern befragt.

Zwischen 50 und 100 laufende Fälle pro Mitarbeiter

Die meisten Sozialarbeiter betreuen laut der Studie zwischen 50 und 100 laufende Fälle. Zum Vergleich: Als angemessen gelten 35 pro Mitarbeiter. Defizite sieht Autorin Beckmann außerdem bei der finanziellen und räumlichen Ausstattung, bei der Einarbeitung und der Weitergabe von Erfahrungen. Statt in die Arbeit mit Familien fließe viel Zeit in Dokumentation, vor allem um sich rechtlich abzusichern.

Personalnot lässt oft nur Eingriffe im Notfall zu

Die Missstände innerhalb der Ämter hätten in den vergangenen Jahren oftmals nur das Einschreiten im Akutfall erlaubt, sagte die Leiterin des Jugendamts Berlin-Mitte, Monika Goral. Nötig sei aber proaktives Handeln, etwa wenn eine Kindes-Gefährdung zunächst unklar ist. Die Umstände erschwerten es, Fachkräfte zu halten, sagte Goral.

Kritik erst dann, wenn Misshandlungsfälle öffentlich werden

Bundesweit gibt es rund 560 Jugendämter. Kritik flammt öfters dann auf, wenn Misshandlungsfälle publik werden und Kinder nicht geschützt werden konnten. Der ASD berät unter anderem zu Themen wie Erziehung und häusliche Gewalt und regelt das Vorgehen im Krisenfall.

Von RND/dpa

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