Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Journalist Mansur beschuldigt deutsche Regierungsvertreter
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Journalist Mansur beschuldigt deutsche Regierungsvertreter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:08 23.06.2015
Ahmed Mansur befürchtet, dass es Ägypten gelungen ist, «Rechtsüberschreitungen nach Deutschland zu exportieren». Quelle: Wolfgang Kumm
Anzeige
Berlin/Kairo

n. "Ich befürchte, dass es das diktatorische Unterdrücker-Regime von (Präsident Abdel Fattah) Al-Sisi geschafft hat, einen Teil seiner Diktatur, seiner Unterdrückung und seiner Rechtsüberschreitungen nach Deutschland zu exportieren."

Mansur spekulierte über einen Zusammenhang zwischen seiner Festnahme und dem Berlin-Besuch von al-Sisi vor drei Wochen. Der Präsident war damals unter anderem von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) empfangen worden. Der frühere Militärchef ist wegen Menschenrechtsverletzungen und Einschränkungen der Bürgerrechte international umstritten.

Der für den Nachrichtensender Al-Dschasira tätige Mansur war am Samstag wegen eines Auslieferungsersuchens Ägyptens am Berliner Flughafen Tegel festgenommen und zwei Tage später wieder freigelassen worden. Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft lehnte eine Auslieferung des 52-Jährigen schließlich ab. Begründet wurde dies nicht nur mit rechtlichen Einwänden, sondern auch mit der Sorge der Bundesregierung vor den politischen und diplomatischen Folgen.

Ägypten sieht die Beziehungen zu Deutschland nicht beeinträchtigt. Der Fall Mansur habe nichts mit Politik zu tun, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Kairo der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben eine starke Beziehung zu Deutschland." Es gehe ausschließlich um ein Strafverfahren, bei dem die zuständigen Behörden beider Länder zusammenarbeiteten.

Die Ablehnung seiner Auslieferung wertete Mansur als "Botschaft an die ganze Welt, dass es eine Pressefreiheit gibt". Ein Strafgericht in Kairo hatte ihn 2014 in Abwesenheit zu 15 Jahren Haft verurteilt, weil er 2011 an der Folter eines Anwalts beteiligt gewesen sein soll. Wie andere Urteile der ägyptischen Justiz ist auch dieses Verfahren umstritten.

Mansur wies darauf hin, dass er im Februar unbehelligt zu einem einwöchigen Besuch nach Deutschland gereist sei. "Und diesmal haben sie mich nach dem Besuch von Al-Sisi festgehalten." Allerdings wurde er auch bei seinem jetzigen Besuch erst bei der zweiten Kontrolle festgenommen. Bei seiner Einreise am Flughafen München gab es keine Probleme. Mansur sagte, er wolle zwar jetzt abreisen. Er plane aber, bereits in einigen Wochen nach Deutschland zurückzukehren, um Gespräche mit Politikern zu führen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein Ende des Kita-Tarifstreits ist in Sicht: Die Schlichter haben einvernehmlich Erhöhungen für die einzelnen Berufsgruppen vorgeschlagen. Das gaben der frühere sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) und der einstige Hannoveraner Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg (SPD) als Schlichter im bayerischen Bad Brückenau bekannt.

23.06.2015

Unter dem Eindruck der jüngsten Terroranschläge und Attentatsversuche treffen sich die Innenminister von Bund und Ländern an diesem Mittwoch in Mainz. "Wir müssen auf diese Herausforderung angemessen reagieren", sagte der Chef der Innenministerkonferenz (IMK), der rheinland-pfälzische Ressortchef Roger Lewentz, der Deutschen Presse-Agentur.

23.06.2015

Fast 70 Millionen Kinder werden einem UN-Bericht zufolge in den kommenden 15 Jahren noch vor ihrem fünften Geburtstag an vermeidbaren Ursachen sterben, wenn die internationale Gemeinschaft ihnen nicht hilft.

23.06.2015
Anzeige