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Sucht

Jedes 6. Kind lebt in suchtkranker Familie

Fast jedes sechste Kind in Deutschland wächst Schätzungen zufolge in einer suchtkranken Familie auf: Über 2,6 Millionen Kinder und Jugendliche leben mit alkoholkranken Eltern zusammen, weitere 40 000 Kinder haben Eltern, die drogenabhängig sind.

Immer mehr Kinder wachsen in suchtkranken Familien auf. Allerdings geht das Suchtverhalten derJugendlichen stetig zurück.

© dpa

Berlin. Eine bundesweite Aktionswoche, mitinitiiert vom Verein Nacoa Deutschland (Berlin), macht vom 12. bis 18 Februar auf die Situation dieser Kinder und Jugendlichen aufmerksam - in rund 30 Städten mit über 40 Aktionen und Veranstaltungen unter dem Motto: "Vergessenen Kindern eine Stimme geben".

"Es gibt keine Patentrezepte. Das Risiko, selbst später süchtig zu werden, ist für diese Kinder hoch. Aber sie haben auch Ressourcen - und die müssen gestärkt werden", sagte Henning Mielke, Vorsitzender der Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien (Nacoa).

Ergänzend zur Aktionswoche veranstaltet Nacoa am Wochenende (10.-12.2.) gemeinsam mit der Landesstelle für Suchtgefahren und der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin eine Strategiekonferenz: Über 150 Fachleute, Pädagogen und Betroffene diskutieren über wirksame Hilfen.

Gute Hoffnungen machte ich hingegen eine Studie, die am Freitag in Berlin vorgestellte wurde. Nach der Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) lag die Raucherquote unter Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren im vergangenen Jahr bei 11,7 Prozent. 2001 waren es noch 27,5 Prozent.

Der Erhebung zufolge gingen auch der Alkohol- und Cannabiskonsum unter jungen Menschen zurück. Die Drogenbeauftragte der Bundesreigerung, Mechthild Dyckmans (FDP), warnte allerdings vor den gefährlichen Folgen des weiterhin populären "Rauschtrinkens".

Die BZgA befragte rund 5000 Jugendliche im Alter von 12 bis 25 Jahren zu ihrem Drogenkonsum. Dabei zeigte sich, dass auch die jungen Erwachsenen weit weniger rauchen als früher: Der Anteil der Raucher unter den 18- bis 25-Jährigen sank zwischen 2001 und 2011 von 44,5 Prozent auf 36,8 Prozent. Parallel stieg in den vergangenen zehn Jahren der Anteil derjenigen, die noch nie geraucht haben: Unter den 12- bis 17-Jährigen von 40,5 auf 70,8 Prozent und unter den 18- bis 25-Jährigen von 23,1 auf 27,6 Prozent.

Auch der regelmäßige Alkoholkonsum ging bei den 12- bis 17-Jährigen in den vergangenen zehn Jahren deutlich zurück: Konsumierten 2001 noch 17,9 Prozent dieser Altersgruppe mindestens einmal pro Woche Alkohol, so waren es im vergangenen Jahr noch 14,2 Prozent. Bei den Befragten zwischen 18 und 25 Jahren blieb der Anteil gleich bei fast 40 Prozent.

Cannabis ist ebenfalls weniger attraktiv. 2011 gaben noch 6,7 Prozent der 12- bis 17-Jährigen an, schon einmal Cannabis konsumiert zu haben, 2004 waren es mit 15,1 Prozent noch mehr als doppelt soviele.

Trotz des Rückgangs beim Zigaretten, Alkohol- und Cannabiskonsum zeigten "die aktuellen Zahlen weiterhin dringliche Handlungsfelder auf", erklärte Dyckmans in Berlin. Unter den jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren sei das Rauschtrinken weiterhin populär. In der Gruppe der 12- bis 17-Jährigen bekannten sich zwar nur noch 15,2 Prozent dazu, in den letzten 30 Tagen Rauschtrinken praktiziert zu haben, ein Rückgang um mehr als sieben Prozent gegenüber 2004. Von den älteren Befragten bekannten sich hingegen im vergangenen Jahr immer noch 41,9 Prozent dazu, 2004 waren es 43,5 Prozent.


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