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Bush bei einem Auftritt Ende Februar. Nach Vater und Bruder zieht es auch Jeb Bush ins Weiße Haus.

Bush bei einem Auftritt Ende Februar. Nach Vater und Bruder zieht es auch Jeb Bush ins Weiße Haus. © Pete Marovich

Wahlen

Jeb Bush will ins Weiße Haus

Die "Bush Dynastie" nimmt zum dritten Mal das Weiße Haus ins Visier. Nach seinem Vater und seinem Bruder will nun auch der Republikaner Jeb Bush US-Präsident werden.

Miami. "Ich werde antreten, um zu gewinnen", sagte der ehemalige Gouverneur von Florida bei der Bekanntgabe seiner Kandidatur am Montag in Miami. Zugleich machte er große Versprechen: Er wolle die US-Wirtschaft zu vier Prozent Wachstum bringen und 19 Millionen neue Arbeitsplätze schaffen. Amerika solle "eine Supermacht wie keine andere" sein. Er sprach sich auch für eine "vernünftige Einwanderungsreform" aus.

Sollte der als moderat geltende 62-Jährige bei den parteiinternen Vorwahlen gewinnen, könnte es im nächsten Jahr zum Wahlkampf Bush gegen die Ex-First-Lady Hillary Clinton kommen. Medien sprechen bereits vom "Kampf der Dynastien".

"Wir werden die Zukunft in diesem Land wieder in die Hand nehmen", rief Bush seinen Anhängern zu. Washington sei derzeit blockiert und erlahmt. Dem müsse man ein Ende setzen. "Ich weiß, dass ich es reparieren kann", sagte Bush, der mit Blick auf das wichtige Wählerpotenzial der Latinos auch auf Spanisch sprach.

In der Außenpolitik forderte er ein starkes Amerika. Er wolle vor allem das Militär stärken, das Amtsinhaber Barack Obama in die "Unterlegenheit" geführt habe. Ausdrücklich bekannte er sich zur Freundschaft mit Israel. Scharfe Kritik richtete er auch an Hillary Clinton.

Sollte Jeb Bush die Wahlen gewinnen wäre er nach Vater George (1989-1993) und Bruder George W. (2001-2009) das dritte Mitglied der Familie Bush, das im Weißen Haus regiert. Allerdings meinen Kommentatoren, es gebe auch erhebliche Vorbehalte gegen einen "dritten Bush".

Laut Umfragen gilt Jeb Bush zwar als einer der aussichtsreichsten Bewerber im parteiinternen Vorwahlkampf. Aber mehrere Konkurrenten haben bereits ihren Hut in den Ring geworfen: Etwa Senator Marc Rubio (44) aus Florida, der Afroamerikaner Ben Carson und Rand Paul. Weitere Konkurrenten dürften sich zu Wort melden. Die parteiinternen Vorwahlen beginnen im Januar und laufen mehrere Monate.

Bei den Demokraten gilt die ehemalige Außenministerin und Ex-Präsidentgattin Clinton (67) als haushohe Favoritin. Es könnte also im nächsten Jahr zu einem "Kampf der Familien" kommen. Insider halten "Bush3" als den gefährlichsten Gegner für die populäre Clinton.

Beide - Clinton und Bush - haben ihren Wahlkampf längst begonnen. Clinton hielt am Wochenende eine große Rede in New York, Bush besuchte Deutschland, Polen und das Baltikum - um sich als Außenpolitiker zu profilieren. Er tritt für einen harten Kurs gegen Russland ein.

Bush war von 1999 bis 2007 Gouverneur im wichtigen Swing-State Florida, das bei Präsidentenwahlen oftmals eine entscheidende Rolle spielt. Sein zweiter Vorteil: Er hat eine mexikanische Ehefrau und spricht Spanisch, was ihn bei der wichtigen Wählergruppe der Latinos beliebt machen dürfte.  

Allerdings ist ihm schon ein erster Fauxpas unterlaufen: Ausgerechnet beim Thema Irakkrieg änderte er innerhalb weniger Tag seine Meinung. Zunächst meinte er, er hätte ebenso gehandelt wie sein Bruder George W., der 2003 im Irak einmarschierte - später ruderte Jeb Bush zurück.

Anhänger sind zudem besorgt, dass der eher introvertierte Bush im Vergleich zu Mitbewerbern wenig energiegeladen wirken könnte. Erst vor wenigen Tagen tauschte er seinen Wahlkampfmanager aus, was auf Probleme hindeutet.

Politisch hält "Bush3" eine Mittelposition im Spektrum der Republikaner. Als Gouverneur senkte er Steuern und privatisierte, was der konservativen "Tea Party" gefällt. Andererseits setzte er sich für ein neues umfassendes Einwanderungsgesetz ein.

dpa


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