Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Japan nimmt zweiten Reaktor wieder in Betrieb
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Japan nimmt zweiten Reaktor wieder in Betrieb
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:38 15.10.2015
Das AKW Sendai war das erste, das im September 2014 die nach der Fukushima-Katastrophe eingeführten neuen Sicherheitsauflagen erfüllt hatte. Quelle: Kyushu Electric Power Company
Anzeige
Kagoshima

Japan fährt trotz Protesten in der Bevölkerung einen weiteren Atomreaktor hoch. Der Betreiberkonzern Kyushu Electric Power schaltete den Block 2 des Atomkraftwerks Sendai wieder ein.

Im August war bereits der erste der beiden Blöcke im Südwesten hochgefahren worden. Als Konsequenz aus der Katastrophe in Fukushima vom 11. März 2011 hatten rund zwei Jahre lang alle 48 Reaktoren in Japan still gestanden.

Das AKW Sendai war das erste, das im September 2014 die nach der Fukushima-Katastrophe eingeführten neuen Sicherheitsauflagen erfüllt hatte. Die Regierung nennt die Auflagen die "strengsten der Welt". Eine Mehrheit der Japaner lehnt eine Rückkehr der Nummer Drei der Weltwirtschaft zur Atomkraft ab.

Das Wiederanfahren des zweiten Reaktors in Sendai setze die Bevölkerung einem "inakzeptablen und unnötigen Risiko aus", kritisierte Mamoru Sekiguchi von der Umweltschutzgruppe Greenpeace in Japan. Um den Neustart zu genehmigen, habe die Atomaufsichtsbehörde NRA die Öffentlichkeit "betrogen, indem sie signifikante ausstehende Sicherheitsfragen ignorierte", sagte Sekiguchi. Die Atomaufsicht habe "dem Druck seitens der Industrie und der Regierung nachgegeben". Die Regierung strebt an, dass der Anteil der Atomenergie an der Stromversorgung bis zum Jahr 2030 bei 20 bis 22 Prozent liegt. Vor der Katastrophe in Fukushima hatte er bei knapp 30 Prozent gelegen.

Bürger kämpfen vor Gericht in einem Berufungsverfahren weiter gegen den Neustart der Reaktoren. Das AKW Sendai liegt nur 50 Kilometer vom Vulkan Sakurajima entfernt, einem der aktivsten Vulkane des fernöstlichen Landes. Japan ist zudem eines der am stärksten von Erdbeben gefährdeten Länder der Welt. Im März 2011 hatten ein Erdbeben der Stärke 9,0 und ein gewaltiger Tsunami den Nordosten des Landes verwüstet. 18 500 Menschen starben. Im AKW Fukushima kam es zu Kernschmelzen. Tote als direkte Folge des Gaus gab es indes nicht.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Menschenrechtler haben gegen Indonesien, das Gastland der Frankfurter Buchmesse, schwere Foltervorwürfe erhoben. Nach Festnahmen würden in dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Welt Geständnisse teilweise durch Folter erpresst, berichtete Amnesty International am Donnerstag.

15.10.2015

Mit Straf- und Abschreckungsmaßnahmen reagiert Israel auf eine Serie blutiger Anschläge. UN-Chef Ban wirft dem jüdischen Staat die Anwendung "übertriebener Gewalt" vor. Palästinenserpräsident Abbas ruft um Hilfe.

14.10.2015

Der Staatsanwalt, der wegen einer Galgenattrappe bei einer Pegida-Demonstration ermittelt, hat Morddrohungen erhalten. In der Poststelle der Dresdner Staatsanwaltschaft sind mehrere entsprechende E-Mails eingegangen, sagte ein Sprecher des Justizministeriums.

14.10.2015
Anzeige