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Deutschland/Welt „Kein Platz für Rassismus und Neonazismus“
Nachrichten Politik Deutschland/Welt „Kein Platz für Rassismus und Neonazismus“
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20:16 12.08.2018
Zum Jahrestag des Neonazi-Aufmarsches demonstrieren Menschen gegen Rassismus Quelle: AP
Charlottesville

Ein Jahr nach den Ausschreitungen in der US-amerikanischen Kleinstadt Charlottesville hat die Tochter von US-Präsident Donald Trump deutlich Stellung gegen Rassismus bezogen. Bei dem Neonazi-Aufmarsch in der Stadt Charlottesville vor einem Jahr sei eine „hässliche Zurschaustellung von Hass, Rassismus, Fanatismus und Gewalt“ zu beobachten gewesen, twitterte Ivanka Trump. Für „weiße Vorherrschaft, Rassismus und Neonazismus“ sei in den USA aber „kein Platz“.

Präsident Trump schrieb am Sonnabend ebenfalls auf Twitter, er verurteile „alle Arten von Rassismus und Gewalt“. Weiter schrieb der US-Präsident: „Wir müssen als Nation zusammenstehen“, und: „Die Unruhen in Charlottesville vor einem Jahr führten zu sinnlosem Tod und Spaltung.“ In einem weiteren Tweet fügte er hinzu: „Ich werde nie aufhören, für ALLE Amerikaner zu kämpfen!“

Am 12. August 2017 waren weiße Nationalisten durch Charlottesville marschiert und hatten rassistische Parolen gebrüllt. Am Rande einer Gegendemonstration raste ein Neonazi absichtlich mit einem Auto in die Menschenmasse und tötete eine Frau.

Trumps Äußerungen sorgten für Empörung

Anschließend hatte Trump beide Seiten gleichermaßen für die Gewalt verantwortlich gemacht und erklärt, unter den rechten Demonstranten seien „feine Leute“ gewesen. Im Anschluss war die Empörung groß. Kritiker warfen ihm vor, sich nicht von rechtsextremer Gewalt zu distanzieren.

Am Sonnabend erinnerten Demonstranten in den USA an das gewaltvolle Ereignis. Protestierende kamen in Charlottesville zusammen, um der vor einem Jahr getöteten Frau zu gedenken. Auf dem Campus der University of Virginia gerieten kurzzeitig Polizisten und Aktivisten aneinander. Die Stadt Charlottesville und der Bundesstaat Virginia hatten aus Sorge vor neuen Zwischenfällen den Notstand ausgerufen.

Neonazis wollen in Washington demonstrieren

Am späten Sonntagabend wollten rassistische Gruppen in Washington demonstrieren. Dort bekam Jason Kessler, der Hauptorganisator der Neonazi-Demonstration 2017 in Charlottesville, die Erlaubnis, eine „weiße Bürgerrechtsversammlung“ abzuhalten. Auf der Rednerliste standen auch der Antisemit Patrick Little und David Duke, der einst ein führendes Mitglied des rassistischen Ku-Klux-Klan war.

Die Bürgerrechtsorganisation Southern Poverty Law Center kritisierte zum Jahrestag den US-Präsidenten: „Das ist Donald Trumps Amerika. Das sind die Kräfte, die er entfesselt hat.“ Tatsächlich sahen sich Kritiker spätestens mit Trumps verharmlosenden Aussagen in ihrem Verdacht bestätigt, dass er heimlich mit dem ganz rechten Spektrum sympathisiert. Die „Washington Post“ kommentierte kürzlich, dass der Präsident „entweder auf Rassisten abzielt oder selber rassistische Ansichten hat“, und zählte eine ganze Reihe möglicher Indizien auf.

„Ich bin kein Rassist“

So schürt Trump etwa eine Kampagne gegen Footballstars, die beim Abspielen der Hymne knien, um gegen Polizeigewalt gegen Schwarze zu protestieren. Der Oppositionsabgeordneten Maxine Waters attestierte er einen „niedrigen IQ“, die Intelligenz des Basketballstars LeBron James stellte er infrage, den CNN-Moderator Don Lemon nannte er „den dümmsten Mann im Fernsehen“ – alle sind Afroamerikaner. Lemon schoss in seiner Sendung zurück und kritisierte, Menschen „fühlen sich bestärkt darin, öffentlich rassistisch zu sein, weil der Präsident es ist“. Eine der ältesten Unwahrheiten „aus Amerikas rassistischer Vergangenheit und Gegenwart ist: dass schwarze Menschen von niederer Intelligenz sind“.

Trump selbst weist Rassismus-Vorwürfe zurück: „Ich bin kein Rassist“, sagte Trump kürzlich vor Medien in Florida. „Ich bin die am wenigsten rassistische Person, die Sie jemals interviewt haben.“

Wie aus einer im vergangenen Monat veröffentlichten Umfrage der Universität Quinnipiac hervorgeht, glaubt in diesem Punkt fast die Hälfte der Amerikaner dem Präsidenten nicht. 49 Prozent der Befragten sagten, Trump sei rassistisch – 47 Prozent meinten, er sei das nicht.

Von Larissa Hinz/AP/RND

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