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Der Bürgerkrieg in Syrien wird für Journalisten immer gefährlicher. Jetzt entführten Rebellen vier italienische Journalisten.

Der Bürgerkrieg in Syrien wird für Journalisten immer gefährlicher. Jetzt entführten Rebellen vier italienische Journalisten. © Sana

Konflikte

Italienische Journalisten in Syrien verschleppt

Im syrischen Bürgerkrieg sind erneut Journalisten zum Ziel eines Übergriffs geworden. Vier italienische Reporter wurden in unmittelbarer Nähe der Grenze zur Türkei verschleppt, wie Aktivisten der Opposition am Samstag mitteilten.

Istanbul/Rom. Italienische Medien berichteten, die Reporter seien von Rebellen entführt worden, die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahe stünden. Der Grund: Sie sollen eine Militärbasis der Gruppe gefilmt haben.

 

Der in Bedrängnis geratene syrische Staatschef Baschar al-Assad warnte in einem Fernsehinterview vor den Folgen eines Sturzes seines Regimes. Sollte sein Land gespalten werden oder sollten Terroristen an die Macht kommen, könnte das einen "Domino-Effekt" auslösen. Die Region würde über Jahre oder Jahrzehnte hinweg instabil bleiben, sagte Al-Assad. Bei dem am Freitagabend ausgestrahlten Interview mit Journalisten des türkischen Fernsehsenders Ulusal machte er "Terroristen" und ihre Verbündeten für den blutigen Bürgerkrieg verantwortlich, insbesondere die Türkei.

In den kommenden Wochen will US-Präsident Barack Obama mit den Führern der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), aus Katar, Jordanien und der Türkei in Washington nach einer Lösung in dem seit zwei Jahren andauernden Konflikt suchen. Nach UN-Schätzungen sind dem Aufstand gegen Assad inzwischen mehr als 70 000 Menschen zum Opfer gefallen.

Das Außenministerium in Rom bestätigte die Entführung der vier Journalisten. Es richtete einen Krisenstab ein und rief zu "größter Zurückhaltung" auf. Oberste Priorität habe die Unversehrtheit der Geiseln. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Ansa, der sich auf syrische Rebellen beruft, sollten die Journalisten in Kürze freigelassen und in die Türkei begleitet werden.

Die vier Journalisten waren italienischen Medienberichten zufolge seit Dienstag für Filmaufnahmen in dem Land unterwegs. Ihre Spur verlor sich dann am Donnerstag. Bei den Entführten soll es sich um einen Reporter des Fernsehsenders Rai, eine syrisch-italienische freie Journalistin sowie einen Dokumentarfilmer und einen Fotografen handeln. Zwei syrischer Übersetzer, die die Gruppe begleitet hätten, seien sofort wieder freigelassen worden, hieß es.

Immer wieder werden Journalisten im syrischen Bürgerkrieg angegriffen - von Regierungssoldaten, aber auch von Aufständischen. Am Karfreitag schossen Heckenschützen von der Hanan-Militärbasis im nordsyrischen Aleppo auf den langjährigen ARD-Fernsehkorrespondenten Jörg Armbruster. Wegen seiner schweren Verletzungen musste Armbruster sofort notoperiert werden.

Syriens Präsident Baschar al-Assad hatte erst am Dienstag per Dekret Entführern eine Amnestie angeboten, wenn sie ihre Geiseln innerhalb von 15 Tagen freilassen. Ansonsten drohe ihnen eine lebenslange Haft im Arbeitslager oder - etwa im Falle getöteter Geiseln - die Hinrichtung, berichtete die staatliche Agentur Sana.

dpa


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